Urlaub am Mittelmeer, das ist tiefblaues Wasser, Wein, Oliven und ein kleiner Hafen mit schaukelnden Booten – und neuerdings eine Bar am Frankfurter Ring, so ein bisschen zumindest. In der Marina Monaco in Münchens Norden soll es laut Homepage nach „Urlaub am Mittelmeer aussehen“, und sich nach „Dolce far niente“ anfühlen, dem süßen Nichtstun.Als erster Yachthafen Münchens wird die Bar beworben, ein Ziel, das im April dieses Jahres noch einige auf Instagram für einen Aprilscherz hielten. Und ganz wörtlich darf man das mit dem Hafen tatsächlich nicht nehmen: In der Marina Monaco liegt weder ein Schiff im Wasser, noch könnte es irgendwo hin schippern. Und doch, längst erreicht man über einen Schotterweg eine etwa 4000 Quadratmeter große Grube, in der die Ende Mai eröffnete Strandbar liegt. Dort, auf einem ehemaligen Fabrikgelände neben der viel befahrenen Straße dient sie als Zwischennutzung, bevor ab 2029 ein Gewerbequartier entsteht. Nachdem die Bauarbeiten allerdings im Norden beginnen, bleibt die Marina Monaco wohl insgesamt fünf Jahre.Für die Bar wurde ein künstlicher See angelegt, der von einem Holzsteg eingerahmt ist. Der See ist zwar nicht groß genug, um darüber zu schippern, aber die acht Kleinboote hier dienen auch nicht der Überfahrt. Sie liegen gestrandet im tonnenweise aufgeschütteten Sand um den See herum, an Bord können sich Gäste in privater Atmosphäre zusammensetzen. Wer sich eins für den Abend sichern will, kann online reservieren – und das ganz kostenlos. Und das kann sich lohnen: Darauf den Abend ausklingen zu lassen, fühlt sich laut einem Gast tatsächlich „ein bisschen wie in Italien“ an.Ansonsten gibt es in der Marina Monaco auch Liegestühle sowie Lounges und Tische mit Bänken unter mehreren Pavillons. Über die Theke daneben werden nicht nur Helles (4,20 Euro) oder Longdrinks (ab 12,50 Euro) gereicht, sondern auch besonders erfrischende Slushies (ab 7 Euro), etwa in der Geschmacksrichtung Caipirinha. Fürs extra Mittelmeer-Feeling bietet ein Foodtruck zudem Pinsa (ab 12 Euro) und Eis (3,50 Euro) an. Bis das Essen fertig ist, kann es einen Monat nach der Eröffnung zwar ein wenig dauern. Währenddessen muss man aber nicht den Autos auf dem Frankfurter Ring lauschen: Aus Boxen kommt lässige Musik, im See plätschert eine Wasserfontäne.Auf der Karte in der Marina Monaco stehen Slushies mit und ohne Alkohol. Catherina HessDie kleinen Boote, die im Sand geparkt sind, kann man für mehr Privatsphäre reservieren. Catherina HessSo wie manche Gäste in Sandalen, Flip-Flops oder sogar barfuß in der Strandbar unterwegs sind und wenn der Sonnenuntergang die Marina Monaco in einen orangefarbenen Ton taucht, könnte tatsächlich die Illusion eines Yachthafens an der Rivieria entstehen – wäre da nicht die Aussicht auf den Parkplatz, aufgeschüttete Kieshügel und die Baustelle hinter der Bar, die man je nach Sitzplatz hat. Dort sollen bis Herbst eine Sporthalle für Paddletennis und bis zum Frühjahr eine Soccerarena entstehen, sagt Jürgen Backof, Geschäftsführer der Sylvenstein Event GmbH, die hinter der Marina Monaco steht.Dass die Marina Monaco nicht ganz ans Mittelmeer herankommt, scheint kaum zu stören: Dem 48-Jährigen zufolge wird die Bar sowohl von der Nachbarschaft als auch Gästen von weiter weg „unglaublich gut angenommen“ und an Werktagen etwa für die Sommerfeste von Unternehmen gebucht. Und kein Wunder: So ein Kurzurlaub mit der Firma ist ja schließlich auch nicht schlecht. Und im Winter, wenn Strand und See nicht mehr passen? Dann plant Betreiber Backof Eisstockbahnen.Marina Monaco, Frankfurter Ring 227, Öffnungszeiten: Mittwoch und Donnerstag von 16 bis 22 Uhr, Freitag von 16 bis 24 Uhr, Samstag von 15 bis 24 Uhr und Sonntag von 15 bis 22 Uhr. Abgesehen von den Kleinbooten ist die Bar barrierefrei.
Bars in München: Die Marina Monaco im Test
Die Marina Monaco fühlt sich mit dem See in der Mitte, den Booten im Sand und den Kaltgetränken ein wenig nach Urlaub an.








