Die neue limitierte «Moonswatch» kommt mit Gold zum Preis von 1969 und einem Seitenhieb auf die Trump-RegierungDie auf 1969 Stück limitierte Uhr erinnert an die erste Mondlandung vor 57 Jahren. Wer ein Exemplar kaufen will, muss einen Fragebogen beantworten. Er erinnert an das Esta-Formular für Einreisen in die USA.17.07.2026, 15.06 Uhr3 LeseminutenDie neue Moonswatch enthält Gold aus alten Omega-Ersatzteilen aus dem Jahr 1969.SwatchWer heute Uhren verkaufen will, braucht nicht nur ein gutes Produkt, sondern muss dazu auch eine gute Geschichte erzählen. Das weiss Nick Hayek, CEO der Swatch Group. Immer wieder gelingt es dem Unternehmen, rund um den Start einer Uhr eine Hype-Phase zu kreieren, die die Nachfrage befeuert.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Zuletzt haben Hayek und Swatch das Kunststück bei der Lancierung der «Royal Pop»-Taschenuhren vollbracht, einer Kollaboration zwischen Swatch und Audemars Piguet. Der Verkaufsstart sorgte für lange Schlangen und teilweise gar chaotische Szenen vor Swatch-Filialen.Der neuste Streich ist ein neues Modell der «Moonswatch»-Reihe. Die Kollaboration mit der Marke Omega, die ebenfalls zur Swatch Group gehört, gibt es seit 2022. Auch hier greift der Hype-Moment: Am Freitag war das Formular auf der Swatch-Website, über das man die neue Uhr bestellen kann, vorübergehend nicht aufrufbar.Als wäre es 1969Die jetzt lancierte «Mission to the Moon 1969» enthält Anspielungen auf die Apollo-11-Mission, die erste bemannte Mondlandung im Juli 1969. Entsprechend ist die neue «Moonswatch» auf 1969 Stück limitiert. Das Zifferblatt, der Zeiger, die Krone und die beiden Drücker der Uhr enthalten zudem 18-karätiges Gold von alten Omega-Ersatzteilen aus der Zeit der Mondlandung.Die Uhr kostet 500 Franken. Dabei sind die in der Uhr verbauten elf Gramm Gold fast doppelt so viel wert. Swatch orientiert sich beim Preis nämlich am Goldpreis vom 21. Juli 1969, dem Tag, als Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betrat.Neben all den Anspielungen auf die historische Mond-Mission wird der Verkaufsstart der Uhr von einem Seitenhieb auf die Regierung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump begleitet. Wer nämlich eines der 1969 nummerierten Exemplare ergattern will, muss auf der Website von Swatch einen sogenannten Esta-Antrag ausfüllen.Wer die Berichterstattung rund um die Fussball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko verfolgt hat, merkt schnell, worauf Swatch hier anspielt: die elektronische Einreisegenehmigung für die USA, die ebenfalls mit Esta (Electronic System for Travel «Authorization») abgekürzt wird.Wer in die USA einreisen will, muss einen solchen Antrag ausfüllen und dabei mehrere Dutzend Fragen beantworten. Das gilt auch für Fussball-Spieler, wie unter anderem der Stürmer Breel Embolo schmerzhaft erfahren musste. Sein Antrag wurde zunächst abgelehnt, er kam deshalb mit zwei Tagen Verspätung im Camp der Schweizer Nationalmannschaft in San Diego an.Indirekte Kritik an US-RegierungBei Swatch steht Esta für «Electronic Swatch Timepiece Application». Auch hier gibt es mehrere Fragen zu beantworten. Unter anderem werden die Kaufinteressenten gefragt, ob man schon einmal einem Staatsoberhaupt eine Golduhr geschenkt habe.Die Frage spielt auf den Besuch von Schweizer Wirtschaftsvertretern im Weissen Haus im November 2025 an, wo Donald Trump eine goldene Tischuhr von Rolex überreicht worden war. Der Besuch war ein Schlüsselmoment auf dem Weg zu einem provisorischen Zoll-Deal zwischen der Schweiz und den USA, der den Zollsatz von damals 39 auf 15 Prozent gesenkt hatte.Der Swatch-Chef Nick Hayek gilt als Kritiker des Deals. Immer wieder bemängelte er die Verhandlungstaktik der Schweizer Regierung. Seiner Ansicht nach trat die Schweiz zu zaghaft auf, anstatt das eigene Gewicht, etwa bei den Direktinvestitionen in den USA, in die Waagschale zu werfen. Auch den Besuch der Wirtschaftsvertreter bei Trump kritisierte er.Der Seitenhieb mit dem Esta-Antrag ist nicht die erste Provokation von Hayek gegen Donald Trump. Im September 2025 lancierte Swatch ein Sondermodell mit dem Namen «What if . . . tariffs» mit Anspielungen auf die Zahl 39, die Höhe des damals gegen die Schweiz verhängten Zollsatzes. Der Preis für die Uhr lag bei 139 Franken, und auf dem Zifferblatt sind die Positionen der 3 und der 9 vertauscht.Wer eine der 1969 limitierten «Moonswatch»-Uhren kaufen will, hat vom 16. Juli bis zum 21. Juli Zeit, die Fragen auf der Website von Swatch auszufüllen. Das ist genauso lange, wie die Apollo-11-Mission im Jahr 1969 dauerte. Unter allen Interessenten, deren Swatch-Esta-Antrag genehmigt wurde, wird Swatch dann die 1969 glücklichen Käufer auswählen.Passend zum Artikel