Wer nachts nicht schlafen kann, sollte mal aus dem Fenster schauen. Dort gibt es einiges zu sehen. Wer will, kann auch noch die 110 wählen.

Kein Fahrrad ist vor ihnen sicher

Dave Wall/plainpicture

I ch bin in dem Alter, in dem Frauen oft nachts ein Weilchen wach liegen und dann viel Zeit haben, um über dies und das nachzudenken. Letzte Woche nutzte ich die geschenkte Wachzeit für entspannende Atemübungen und die Frage, worüber ich diesen Monat eigentlich in der taz schreiben sollte. Es war 4.20 Uhr.

Während ich meinen Atem spürte, schallte durch das geöffnete Fenster mein ganz persönlicher Triggersatz: „Lassen Sie das Fahrrad in Ruhe!“ Ich sprang auf, sah einen Radfahrer vorbeiradeln. Hinter einem Baum raschelte und knackte es. Dann schob sich ein oranges Mounti aus dem Halbschatten, darauf ein Mann, der noch sein Gleichgewicht suchte. Neben ihm schob ein zweiter ein Gravelbike. Sie hielten vor einer ganz in Schwarz gekleideten dritten, kleineren Person, die gerade die an unserer Laterne befestigten Räder betrachtete.