In München gibt es sicherlich treue Anhänger, die Bob Dylan vermissen. Zuletzt spielte der Maestro des Folkrock hier 2014 auf dem Tollwood-Festival eine ziemlich rumpelige Show, nachdem er zwei Jahre zuvor im Zenith die Zuschauer mit seiner knarzigen Art unterhalten oder vergrätzt hatte. Wer ihn momentan nicht vermissen zu scheint, ist sein Rhythmusgitarrist Bob Britt. Der schreibt auf Facebook, dass er seine Band-Kumpels und die Crew vermisse, seit er Boby Dylans ewige Tour verlassen hat – „aus Gründen, die ich privat halten will“. Dylan selbst scheint ihm explizit nicht zu fehlen, und er macht auch keine Anstalten, reuig zu seinem Arbeitgeber zurückzukehren: Er habe erst einmal Blumenbeete zu gießen, schreibt Pritt.Das freilich ist nur eine Petitesse für Dylanologen. Nichts könnte am Ruhm des inzwischen 85 Jahre alten „Songschreiber des Jahrhunderts“ (so Veranstalter Live Nation) und Literaturnobelpreisträgers kratzen, der seit 65 Jahren die Musikgeschichte prägt „wie Einstein die Physik“ (Newsweek). Endlich nun erscheint er einmal wieder in München, recht kurzfristig hat Dylan eine Deutschland-Tour angekündigt, die am 23. Oktober in Flensburg startet und ihn am 15. November nach München führt (25.10. Bremen, 27.10. Düsseldorf, 17.11. Freiburg, 20.11. Stuttgart, 22.11. Frankfurt).Hit-Hörer dürfen sich auf Gassenhauer wie „Knockin’ On Heaven’s Door”, „Mr. Tambourine Man“, „The Times They Are A-Changin‘“, „Blowin’ in the Wind“ und „Like A Rolling Stone“ freuen; die Dylan-Kenner eventuell auf Material aus dem 40. Album „Shadow Kingdom“ (der Soundtrack zu Alma Har’els Biopic) und den 18. Teil seiner Bootleg-Serie: „Through The Open Window, 1956–1963“.Das Mitschneiden der Konzerte ist bei Dylan längst Profi-Sache, auch für die Tour hat er wieder verfügt, dass Besucher ihre Handys und Kameras zu Hause lassen müssen, beziehungsweise sie müssen vor dem Konzert in speziellen Taschen weggesperrt werden.Nun hat Bob Dylan also noch vier Monate Zeit, sein Gitarristen-Problem zu lösen, denn außer Bob Pritt hat kürzlich auch sein Gitarrist Doug Lancio die Band verlassen. In Austin Texas präsentierte Dylan immerhin einen neuen Mann, der zunächst alle Gitarrenparts alleine meistern sollte: Bisher hatte der in Chicagos Blues-Szene beheimatete Joel Paterson jeden Montagabend mit seinem Jazz-Quartett in einem 150-Gäste-Club gespielt.Bob Dylan Sonntag, 15. November 2026, München, Olympiahalle, Tickets im Vor-Vorverkauf über PayPal Prio ab Mo., 20. Juli, 11 Uhr (www.paypalpriotickets.de), über Telekom Prio, Mo., 20. Juli, 11 Uhr (www.magentamusik.de/prio-tickets), über Ticketmaster Presale, Di., 21. Juli, 11 Uhr (www.ticketmaster.de/presale); allgemeiner Vorverkaufstart Mi., 22. Juli, 11 Uhr (www.livenation.de/bob-dylan-tickets-adp8873)
Deutschland-Tour ab Oktober: Bob Dylan kommt bald in die Münchner Olympiahalle
Wenn der „Songschreiber des Jahrhunderts“ auftritt, müssen Fans die Handys wegsperren. Für den Konzertgenuss sind aber andere Fragen entscheidend: Wie ist Dylan drauf? Und hat er sein Gitarristenproblem im Griff?









