Die EU-Kommission plant, dass sich Nutzer sozialer Medien in der Europäischen Union künftig über eine Altersverifikations-App anmelden können. Dabei soll die Anonymität gewahrt bleiben – doch genau daran bestehen Zweifel. Sicherheitsforscher sehen grundlegende Schwächen im System.Im April zeigte ein Sicherheitsforscher, dass sich eine frühe Testversion der App innerhalb von Minuten umgehen ließ. Nun hat er nachgelegt: Mit einer selbst entwickelten Browser-Erweiterung für Google Chrome konnte er auch eine aktualisierte Version erneut aushebeln – nach eigenen Angaben in weniger als zwei Minuten. Seine Analyse legt eine grundlegende Schwäche im Design des anonymen Altersverifikationssystems offen und wirft die Frage auf, ob echte Anonymität unter diesen Voraussetzungen überhaupt möglich ist.

Gefälschte Altersbescheinigung in zwei Minuten

In einem auf X veröffentlichten Video demonstriert der Sicherheitsforscher Paul Moore seinen Ansatz. Die zu überprüfende Webseite zeigt einen QR-Code, der normalerweise mit der EU-Wallet-App auf dem Smartphone gescannt werden soll. Die App sendet anschließend eine Bestätigung, dass der Nutzer volljährig ist – ohne dabei persönliche Daten wie Namen oder Geburtsdatum offenzulegen.