Es läuft die 72. Spielminute im WM-Halbfinale. England führt nach einem Tor von Anthony Gordon mit 1:0, ein Ergebnis, das, wenn es bis zum Ende bestehen bliebe, bedeuten würde, dass die Three Lions erstmals seit 1966 wieder ins Endspiel der Weltmeisterschaft ziehen würden.
Tuchels Wechsel
Trainer Thomas Tuchel entscheidet sich, den Torschützen, seinen offensiven Linksaußen, vom Platz zu nehmen, um stattdessen Abwehrspieler Ezri Konsa ins Spiel zu bringen. Er will so offenbar die Führung während der verbleibenden 20 Minuten über die Ziellinie bringen. Es misslingt.Gerade hatte Tuchel auch noch Dan Burn für Declan Rice eingewechselt, da findet Lionel Messi im Rückraum Enzo Fernandez, der in der 85. Minute zum Ausgleich trifft. Sieben Minuten später sorgt Lautaro Martinez für das 2:1. Und England ist raus.England ist raus, weil die argentinische Offensive, angetrieben von Lionel Messi, zu stark war, elf Engländer im und um den Strafraum herum nicht in der Lage waren, sie zu stoppen, und weil Tuchel nicht aus seinen Fehlern gelernt hat.
Déjà-vu für Bayern-Fans
Es ist etwa zwei Jahre her, da stand Tuchel ebenfalls in einem Halbfinale. Mit dem FC Bayern ging es in der Champions League gegen Real Madrid. Das Hinspiel war 2:2 geendet, der Sieger des Rückspiels würde also ins Finale einziehen. In der 68. Minute brachte Alphonso Davies den FC Bayern in Führung. Kurz darauf nahm Tuchel Flügelspieler Leroy Sané vom Feld und wechselte für ihn den Innenverteidiger Minjae Kim ein. Sané und Gordon sind im Grunde ähnliche Spielertypen, beide sind vor allem sehr schnell und können dadurch Gegner, die alles nach vorne werfen, weil sie ein Tor schießen müssen, über Konter gefährlich werden. Aber sie sind natürlich keine Strafraumverteidiger, nicht so kopfballstark wie Konsa oder Kim, für die sich Tuchel jeweils entschieden hat.










