Zwei junge Männer sitzen wegen des weiter schwelenden Großbrands im Wald von Fontainebleau bei Paris hinter Gittern. Sie wurden am Mittwochabend wegen Brandstiftung angeklagt und in Untersuchungshaft genommen. Darunter ist ein 18 Jahre alter freiwilliger Feuerwehrmann, der im Polizeiverhör ein Geständnis abgelegt hatte. Er gab an „mit einem Feuerzeug und Benzin Reisig in Brand gesetzt“ zu haben. Vor Gericht leugnete er jedoch, den Brand gelegt zu haben und sagte, er habe „unter Druck“ ein Geständnis abgelegt.Der 2007 geborene Mann ist in Fontainebleau aufgewachsen und zur Schule gegangen und wurde dort nach eigenen Angaben wiederholt gemobbt. Sein Berufswunsch sei es gewesen, Feuerwehrmann zu werden, sagte er vor Gericht aus. Deshalb habe er sich in der freiwilligen Feuerwehr engagiert. Die zuständige Staatsanwältin sah jedoch hinreichend Verdachtsmomente, um Untersuchungshaft für ihn zu beantragen. Die Feuerwehr hat ihn vom Dienst suspendiert und „tiefste Bestürzung“ zum Ausdruck gebracht. „Es herrscht ein Gefühl der Scham, dass es sich um einen der Unseren handelt“, sagte Feuerwehr-Sprecher Paul-Edouard Laurain. Der junge Mann sei „weniger als ein Jahr“ im Einsatz gewesen.Zweiter Verdächtiger in U-HaftDer zweite Verdächtige in Untersuchungshaft ist ebenfalls 2007 geboren, steht aber nicht in Verbindung mit dem freiwilligen Feuerwehrmann. Er hat gestanden, „versehentlich durch das Wegwerfen einer Zigarette ein Feuer ausgelöst zu haben.“ Die Flammen haben das Gebiet, das aufgrund seines landschaftlichen Wertes unter Naturschutz steht, fast vollständig verwüstet.Präsident Emmanuel Macron verschaffte sich am Donnerstag einen Eindruck von der Verwüstung und tauschte sich mit Feuerwehrleuten aus. Etwa 900 Feuerwehrleute sind noch im Einsatz, da immer wieder Brandherde auflodern. Mehrere Löschflugzeuge wurden aus dem Süden abgezogen, um den Brand nahe der Hauptstadt zu löschen. Der Jahrhundertwald um das Königsschloss von Fontainebleau zählt zum Weltkulturerbe der Unesco. Mehr als 2000 Hektar wurden durch den Brand schwer beschädigt.Ein weiterer mutmaßlicher Brandstifter, ein 46 Jahre alter Mann, wurde am Donnerstag in Polizeigewahrsam verhört. Er wurde auf einem eigentlich gesperrten Parkplatz des Waldgebiets festgenommen. Ein Zeuge hatte ihn am Dienstagabend entdeckt und die Polizei alarmiert. Vor Ort fanden die Beamten das Fahrzeug des Verdächtigen ohne Insassen vor, konnten jedoch durch die Scheiben einen Haufen Zeitungspapierknäuel sowie ein Feuerzeug auf dem Beifahrersitz erkennen. Der mit einem Messer bewaffnete Mann wurde festgenommen, als er zu seinem Auto zurückkehrte. Er behauptete, er habe die Zeitungsballen als Einlagen für seine Schuhe benutzen wollen. Das Feuerzeug habe er aus seiner Zeit als Raucher im Auto liegen. Insgesamt sieben mutmaßliche Brandstifter wurden von der Polizei bislang verhört.