Eines vorab: Als Deutscher sollte man in diesen Tagen besser nicht mit erhobenem Zeigefinger auf andere Fußball-Nationen zeigen. Man kennt das, mit dem Glashaus und den Steinen. Wer im Sechzehntelfinale einer Fußball-WM an international allenfalls zweitklassigen Paraguayern scheitert, der ist auf diesem Niveau womöglich selbst nur noch zweitklassig. Mit Beginn des Achtelfinals konnte man sich also fast schon tiefenentspannt den weiteren Turnierverlauf ansehen und neidisch feststellen, dass der einzige Deutsche, der in diesem Turnier wirklich überzeugte, Thomas Tuchel hieß. Als Trainer von England. Nicht gerade spektakulär aufspielend zogen Harry Kane und Co. die entscheidenden Spiele auf ihre Seite. Sieg nach Rückstand gegen die DR Kongo. Sieg im Aztekenstadion gegen Gastgeber Mexiko. Sieg nach Rückstand gegen euphorisierte Norweger. Diese Mentalität könnte England doch diesmal zum Titel tragen – oder?!
WM-Halbfinale
Messi legt zweimal auf: Argentinien zieht gegen England ins Endspiel ein
Seit Mittwochabend ist die Frage beantwortet. Wieder einmal hat England kurz vor dem großen Ziel Nerven gezeigt. Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit noch in Führung liegend, reichte Gegner Argentinien ein Sturmlauf in der Schlussphase, um die Partie noch zu drehen und selbst ins Finale einzuziehen. Vor vier Jahren bei der WM in Katar war im Viertelfinale gegen Frankreich Schluss, weil Harry Kane kurz vor dem Ende einen Elfmeter zum möglichen Ausgleich verballerte. 2018 in Russland führte die Mannschaft im Halbfinale gegen Kroatien bis tief in die zweite Halbzeit, um erst den Ausgleich und in der Verlängerung den K.o. zu kassieren.









