Die EU-Kommission will die Kapitalanforderungen für einige Banken senken. Das geht aus einem Entwurf hervor, über den zuerst die Financial Times berichtete. Der Schritt ist weniger Ausdruck neuen Selbstbewusstseins als eine defensive Reaktion. Europa zieht nach, weil andere vorangegangen sind.
Im Zentrum steht ein sperriger Begriff: Kapitalanforderungen. Gemeint ist das Eigenkapital, das eine Bank vorhalten muss, um Verluste auffangen zu können, ohne umzukippen. Es ist der Puffer zwischen einem faulen Kredit und der Pleite. Nach der Finanzkrise von 2008 wurden diese Puffer weltweit deutlich erhöht, gebündelt in den sogenannten Basel-Regeln. Die Logik war einfach. Je dicker das Polster, desto stabiler die Bank, desto geringer das Risiko, dass am Ende der Staat einspringen muss.
Doch ein hohes Polster hat einen Preis. Kapital, das als Sicherheit gebunden ist, steht nicht für neue Kredite zur Verfügung. Genau hier setzen die Banken an. Sie argumentieren seit Jahren, dass sich überlappende Vorgaben verschiedener Aufsichtsbehörden sie gegenüber Konkurrenten in anderen Ländern benachteiligten und ihre Fähigkeit zur Kreditvergabe einschränkten.
Der Anstoß kommt aus Washington
Den Takt gibt seit Monaten die andere Seite des Atlantiks vor. Im März 2026 brachte die US-Notenbank Federal Reserve Pläne auf den Weg, die die Kapitalanforderungen für die größten US-Banken in der Summe faktisch senken würden. Im Januar 2026 schob Großbritannien die Umsetzung einiger neuer Basel-Regeln auf und bewegte sich damit in dieselbe Richtung.













