Dem Lobbyverband der deutschen Privatbanken geht es nicht schnell genug. Die Regulierung der EU-Banken muss gelockert werden, fordert der Bankenverband. Ansonsten gerate die Kreditvergabe für wichtige Zukunftsprojekte auf dem Kontinent ins Stocken. Deutlich mehr Eigenkapital müssten die Institute im gemeinsamen Markt vorhalten als ihre Wettbewerber aus den USA oder Großbritannien, wird beklagt.Rechnerisch ist das richtig. Und die Konsequenzen sind real. US-Banken greifen EU-Institute in ihren Heimatmärkten an. Bei der Beratung vor Börsengängen, bei Transaktionen und neuerdings auch im Privatkundengeschäft.Doch sollte daraus auch der Schluss folgern, dass man auch in der EU den Banken in ihren Mitgliedsstaaten lange Leine lassen sollte? Nicht zuletzt die auch für Bankenaufsicht zuständige Europäische Zentralbank (EZB) knüpft eine weniger harte Regulierung an ein funktionierendes EU-weites Einlagensicherungssystem. Zu Recht, denn Krisen machen vor Landesgrenzen nicht Halt. Und der Steuerzahler musste mehr als einmal Instituten in Schieflage beispringen.Genau dieses Argument spricht indes auch für das Begehren der Bankenlobby. Was nützt es, wenn in der EU strenge Regeln herrschen, in den USA oder Großbritannien aber eben nicht? Nur wenige Finanzkrisen sind auf Regionen begrenzt, dafür sind Banken viel zu sehr global vernetzt. Eine Krise in den USA schwappt auch ziemlich schnell nach Europa. Dann nutzen strenge EU-Richtlinien auch nichts.
EU-Banken: Wie lang sollte die Leine wirklich sein?
Europäische Banken wollen Chancengleichheit mit Wettbewerbern in den USA und Großbritannien. Es gibt gute Gründe, sie vorzuenthalten, aber eben auch, sie zu gewähren.






