Von skulpturalen Roben bis zu modernem Merch – wie der neue Hollywood-Blockbuster «Die Odyssee» den Blick auf die griechische Modeszene lenkt.Promo-Touren für Hollywoodfilme sind heute eine eigene Form der Modenschau. Und die Auftritte der weiblichen Stars des Films «Die Odyssee», der gerade in die Kinos kommt, haben das wieder einmal bewiesen. Zendaya, Charlize Theron, Anne Hathaway und Lupita Nyong’o waren in den vergangenen Wochen in verschiedenen Metropolen, um mit ihren Co-Stars das neue Filmepos von Christopher Nolan rund um den Klassiker der griechischen Mythologie vorzustellen. Auch am 14. Juli in New York liessen sich die Schauspielerinnen von den griechischen Referenzen in ihrer Outfitwahl inspirieren. Zendaya (ganz rechts) mit einer geflügelten Robe von Fecal Matter, die an eine Statue erinnert. Auch Lupita Nyong’o hatte mit ihrem goldenen Corsagen-Kleid etwas Statueskes. Getty Images Und sie hatten sichtlich Spass daran, die Thematik des Films mit ihren Looks abzubilden. Bustiers, die wie ein gemeisselter Torso aussehen (Zendaya), plissierte und kunstvoll drapierte Roben (Anne Hathaway), grafische Kleider mit asymmetrischen Schnitten (Lupita Nyong’o) – viele Looks gingen auf typische Merkmale ein, die man mit Kleidung des alten – und des neuen – Griechenland verbindet. Zendaya in einem Kleid von Schiaparelli. Der Designer Daniel Roseberry hatte es vor gut zehn Tagen an seiner Haute-Couture-Debüt-Kollektion Herbst/Winter 2026–27 präsentiert. Getty Images Viele davon, von den leichten Stoffen über die luftigen Schnitte, passen perfekt zum Sommer und charakterisieren auch heute das Angebot moderner griechischer Modelabels. Hier sind fünf, die man sich merken sollte.Minimalistisch: Zeus + DioneDas Label Zeus + Dione gehört zu den bekanntesten und erfolgreichsten Vertretern moderner griechischer Mode. Die Gründerinnen Dimitra Kolotoura und Mareva Grabowski riefen es 2013 ins Leben, als Griechenland in einer schweren wirtschaftlichen Krise steckte.Sie zeigten, was dennoch möglich war: Mit schlicht geschnittenen Kleidungsstücken, die mal bestickt, mal bedruckt sind, interpretieren sie alte griechische Formen und Motive auf moderne Weise. Der Look: sommerlich chic, ein Mix aus Pyjama-Ensembles, luftigen Kleidern, Tuniken und strukturierten Tops. Perfekt für den Strand und für die Stadt.Etwas für Nerds: Greek VisionsDie griechische Kultur ist reich, aber nicht nur an antiker Geschichte und Bilderbuch-Tavernen – von Bands über Filme hin zu moderner Architektur, Kunst und dem Lifestyle Athens gibt es so viel zu entdecken und zu erzählen, dass das Label Greek Visions aus diesen Themen ein Konzept gemacht hat. Es konzentriert sich auf klassische Merch-Fashion – T-Shirts, Hoodies, Caps – und bedruckt diese mit Motiven und Logos, ob von kultigen Bands oder griechischen Filmmagazinen aus den 1970er und 1980er Jahren. Damit bewegt sich Greek Visions weg von Ferienromantik und feiert den griechischen Alltag der vergangenen Jahrzehnte, der eine ganz eigene Ästhetik hervorgebracht hat.Mediterran: YssoStalo Karides war jahrzehntelang Kunsthistorikerin und Archäologin. Gemeinsam mit Gold- und Silberschmieden in Griechenland fertigte sie in ihrer Freizeit Schmuck an, ihre Tochter Alexia Karides arbeitete derweil als Anwältin in London. 2019 taten sie sich zusammen und machten aus der Leidenschaft der Mutter und der Designpassion der Tochter ein Label.Ysso spezialisiert sich auf eine typisch mediterrane Formensprache: Fische, Muscheln, viele Kurven und Spiralen werden in Oberarmreife und opulente goldene Anhänger verwandelt. Ysso macht Statement-Pieces, die auf gebräunter Sommerhaut Akzente setzen und dabei viel über griechische Handwerkstradition erzählen.Plissiert: Daphne ValenteDie Designerin Daphne Valente studierte in New York und London, doch ihr Label gründete sie in Athen. Ihre Spezialität: skulpturale und durch und durch plissierte Kleider à la Mariano Fortuny. Die Roben erinnern an antike griechische Chitone und sind dabei fest in der Gegenwart verankert. PD Wunderbar formgebend sind die Plissees von Daphne Valente. Der Fokus liegt auf Abendmode in eleganten, unaufgeregten Tönen von Schwarz über Grau-Silber hin zu Bordeaux oder Meeresfarben. Valente gilt in ihrer Heimat zudem als bekanntes Gesicht der Modeszene; sie hat die Fashion-Week in Athen mitorganisiert und einst als Präsidentin den Verband Hellenic Fashion Designers Association geführt.It’s a shirtDer Name sagt schon alles: It’s a shirt aus Athen ist auf Hemden spezialisiert. Die Gründerin Christina Christodoulou knüpft mit dem Label an die Schneidertradition ihrer Familie an. Bis heute fertigt ihr Vater die Hemden an, die sie in ihrem Laden in Athen sowie online verkauft.Die Hemden sind unisex, werden nur in limitierten Stückzahlen hergestellt und fallen durch sanfte Farben und hochwertige Materialien auf. Die Marke setzt auf lokales Modehandwerk in einer Zeit, in der dieses kaum noch zu finden ist. Die Materialien stammen aus Italien, Frankreich, der Schweiz und Griechenland. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.