Argentinische Spieler haben nach dem 2:1-Sieg gegen England im Halbfinale der Fußball-WM ein politisches Banner von Fans gegriffen und hochgehalten. »Las Malvinas son argentinas« (deutsch: »Die Malvinas sind argentinisch«), stand darauf in schwarzen Versalien geschrieben. Das Banner hielt etwa Mittelfeldspieler Giovani Lo Celso in der Hand.Hintergrund ist der Krieg um die Falklandinseln zwischen Großbritannien und Argentinien vor 44 Jahren. In Argentinien werden die Falklandinseln »Malvinas« genannt. Argentinien hatte 1982 das britische Überseegebiet der Falklandinseln besetzt, das Vereinigte Königreich entsandte Militär, es kam zum Krieg. Dabei starben rund 1000 Soldaten, etwa zwei Drittel davon stammten aus Argentinien. Schlichtungs- und Vermittlungsversuche der Vereinten Nationen oder der USA scheiterten. Der Krieg endete erst, als Argentinien nach 74 Tagen kapitulierte.Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hatte vor dem Spiel noch davor gewarnt, den Konflikt mit dem Sport zu vermischen. »Wir denken an Argentinier, an Menschen, die wir im Krieg verloren haben. Aber das müssen wir von dem Spiel trennen«, sagte er. Der militärische Konflikt sei lange her und Geschichte. »Was haben die Spieler damit zu tun?«, so Scaloni.Das sah die Vizepräsidentin seines Landes anders. »Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere«, schrieb Victoria Villarruel auf X und kündigte an: »Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr.« Villarruels Vater hatte im Krieg um die Falklandinseln für Argentiniens Militärdiktatur gekämpft.