Interview

Stand: 15.07.2026 • 17:24 Uhr

Gerade einen Tag hatte Trumps Ankündigung einer Maut für die Straße von Hormus Bestand. Der Politikwissenschaftler Sascha Lohmann sagt im Interview, das sei symptomatisch für Trumps Politikstil. Vom Fehlen einer Strategie profitiere Iran.

tagesschau.de: US-Präsident Donald Trump hat zu Beginn dieser Woche in bemerkenswert kurzer Zeit widersprüchliche Aussagen über Iran und das US-Vorgehen in der Region gemacht. Er kündigte eine Maut für die Straße von Hormus an, aus Gründen der "Fairness" und zog die dann kurz darauf mit der Begründung zurück, Golfstaaten hätten Investitionen in den USA zugesagt und er möge einfach keine Gebühren. Wie deuten Sie diesen abrupten Sinneswandel?

Sascha Lohmann: Das ist symptomatisch für seinen erratischen Politikstil, insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik. Trump lässt sich in diesem Falle von den Alliierten in der Golfregion umstimmen. Eine vorherige Position räumt er, nämlich dass die Vereinigten Staaten für die Offenhaltung dieses wichtigen Wasserweges eine Wegegebühr erheben. Das wurde ihm von den Golfstaaten wohl ausgeredet mit dem Versprechen, Investitionen in die Vereinigten Staaten zu erhöhen. Solche Kehrtwenden sind wenig überraschend - zumal seine Iran-Politik ohnehin eher von Strategielosigkeit geprägt ist.