Wüste Drohungen, haltlose Versprechen: Trump findet keinen Ausweg aus dem Schlamassel am Persischen Golf. Foto: BloombergMal steht ein Deal mit dem Iran angeblich kurz bevor, dann wird dem Land mit der „kulturellen Auslöschung“ gedroht, dann gibt es laut US-Präsident Donald Trump auf Wunsch der Mullahs plötzlich Verhandlungen, von denen Teheran aber nichts weiß, und dann fliegen auf einmal wieder Bomben.Die Rohölmärkte und Börsen begleiten all diese Volten mit Kurssprüngen oder Abstürzen – und jedes Mal gibt es erstaunlicherweise einige wenige Eingeweihte in New York und Washington, die gut daran verdienen.Was die Straße von Hormus für die Wirtschaft so wichtig machtAnders die Weltwirtschaft: Das Nadelöhr am Persischen Golf führt zu hohen Energiepreisen, steigenden Inflationsraten und einer Lähmung der Konjunktur. Der von Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Nethanjahu mutwillig vom Zaun gebrochene Irankrieg hat nicht nur tausende Menschenleben und viele Milliarden Dollar gekostet – es wurde auch kein einziges Kriegsziel erreicht.Im Gegenteil: Die Mullahs halten weiter an ihrer Atomproduktion fest und sitzen fester im Sattel denn je zuvor. Auf mittlere Sicht brauchen sie auch keine Atombombe, denn es reichen ein paar Schnellboote der Revolutionswächter, um ein Fünftel der globalen Öltransporte zu stoppen. Früher nahm das Terror-Regime in Teheran amerikanische Geiseln, heute nimmt es die Weltwirtschaft zur Geisel.Wenn Trump jetzt behauptet, die USA hätten die gesamte Straße von Hormus von Minen geräumt und der Seeweg sei jetzt wieder offen, dann glauben ihm das zu Recht nur sehr wenige. Am wenigsten die Reeder, deren Schiffe mit hunderttausenden Tonnen Öl an Bord vielleicht doch auf eine Mine laufen, die von der US-Navy übersehen wurde. Oder die von einer Drohne oder Rakete der Huthis, Revolutionswächter oder sonstiger Piraten getroffen werden.Hormus-Maut Schenkt Trump den Mullahs nun 50 Milliarden Dollar – pro Jahr? Ein Deal zwischen dem Oman und dem Iran zu einer Hormus-Maut steht offenbar. Das Regime in Teheran wird der große ökonomische Gewinner des Krieges sein. von Thomas StölzelTrumps Golf-Kurs verschärft die Lage weiterDie größte Militärmacht der Welt wird am Persischen Golf fortwährend gedemütigt. Die Iraner lassen Trump zappeln und einzelne Schiffe nur nach eigenem Ermessen durch. Fast ungehindert beschießen die Iraner zudem die US-Verbündeten am Golf, ohne dass der Schutzherr Amerika das verhindern könnte. Im Gegenteil: Der US-Army gehen offenbar Munition und Raketen aus und Feldherr Trump weiß weder ein noch aus. Stattdessen erzählt er jeden Tag etwas anderes, stellt für jeden erkennbar haltlose Behauptungen auf oder stößt menschenverachtende Drohungen aus, die eines amerikanischen Präsidenten unwürdig sind.Trump wird nicht nur als Verlierer dieses Angriffskrieges in Erinnerung bleiben, sondern auch als derjenige, der durch Größenwahn und Verantwortungslosigkeit dazu beigetragen hat, dass erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg einzelne Länder wieder eine Schiffsmaut auf internationalem Gewässer erheben werden. Dass Iran und Oman sich diese Chance auf eine solche Einnahmequelle angesichts der Lage entgehen lassen werden, kann nahezu ausgeschlossen werden. Ihr Argument, mit den Einnahmen würde ein Teil der von den USA und Israel verursachten Schäden in ihren Ländern bezahlt, ist leider nicht von der Hand zu weisen. Allerdings zahlen dann wir alle die Zeche und nicht die beiden Aggressoren USA und Israel.Mit einer Maut werden nicht nur die globalen Transport- und Energiekosten dauerhaft in die Höhe getrieben, sondern auch ein gefährlicher Präzedenzfall für andere Staaten an Meeresengen geschaffen. Unsere globale Weltwirtschaft beruht auf dem Prinzip der freien Seefahrt und der offenen Weltmeere. Wenn das nicht mehr gilt, bricht ein wichtiger Pfeiler im Fundament unseres Wohlstands weg. Thank you, Mister President.
Straße von Hormus: Wie Donald Trumps Iran-Kurs die Weltwirtschaft gefährdet
Der Konflikt am Golf treibt Ölpreis, Inflation und Unsicherheit. Warum der Iran-Kurs von US-Präsident Donald Trump zur Gefahr für Handel und Weltwirtschaft wird. Ein Kommentar.










