Präsident Donald Trump, nie verlegen um Superlative, droht dem Iran mit einer „wirtschaftlichen Kriegsführung und Isolation in beispiellosem Ausmaß“. Es werde einen „Wirtschafts-D-Day“ für Teheran geben. Wer den „Wahnsinnigen“ in Teheran helfe, werde gewaltige Konsequenzen erleiden.Trumps Problem ist, dass sich seine Schockrhetorik abgenutzt hat. Äußerungen, die früher die Welt in helle Aufregung versetzt hätten, werden heute eher mit neugierigem Interesse verfolgt unter der Leitfrage, wann Trump einlenkt. „Wirtschafts-D-Day“ als Gipfel der Drohung klingt ohnehin hohl angesichts der Entwicklung des Konflikts, der mit einer Kanonade begann. Verschärfte Lieferkontrollen sollen nun eine Steigerung der Eskalation sein? Unhistorisch ist die Bezugnahme auf den D-Day zudem. Der D-Day war das Ergebnis von gemeinsamen Anstrengungen der Alliierten, die Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten zu beenden. Auf welche Alliierte kann Trump zählen, nachdem er sie in beständiger Regelmäßigkeit beleidigt, bedroht und vor vollendete Tatsachen gestellt hat?Donald Trump ist der Lage nicht gewachsenSelbst das politische „Hedging“ gelingt ihm nicht. Er hat es versäumt, andere globale Mächte ins Boot zu holen. China macht mit provozierender Gelassenheit klar, dass es nicht mitwirkt an Trumps Wirtschaftskrieg, von dem ohnehin unklar ist, worin seine eskalierende Qualität liegt. Schon jetzt sind die offiziellen Handelskanäle für den Iran blockiert. Deshalb hängt das Schreckensregime von einer kommerziellen Schattenwelt ab, die mit klassischen Sanktionen schwer auszutrocknen ist.Die schwerwiegendere Erkenntnis aus diesem Konflikt ist aber, dass die USA von einem alten Mann geführt werden, der der Lage nicht gewachsen ist. Er hat es versäumt, die legitime Intervention in eine Strategie einzubetten, und ist unfähig, sich in die spezielle Mentalität des Gegners hineinzudenken, dessen Widerstandskraft für Kenner nicht überraschend kam.Präsident Barack Obama wurde zu Recht vorgeworfen, dass er Entscheidungen aufschob, weil er an der Komplexität der Welt verzweifelte. Trump verweigert sich der Komplexität und setzt auf seinen gesunden Menschenverstand. Der ist längst an seine Grenzen gekommen.
Hat Donald Trump sich leergedroht?
Die Schockrhetorik des US-Präsidenten verliert ihren Schrecken. Seine Instinkte versagen in einer komplizierten Welt.










