Die dauerhafte Zulassung der Reerdigung in Schleswig-Holstein sorgt derzeit für Diskussionen. Nach einer vierjährigen Pilotphase wurde die neuartige Bestattungsform am 18. Juni im nördlichsten Bundesland erstmals offiziell erlaubt. Die entsprechende Änderung des Bestattungsgesetzes hatte der Landtag einstimmig beschlossen. Während einige Länder mit dem Gedanken spielen, die Methode ebenfalls einzuführen, stößt die Entscheidung andernorts auf gemischte Reaktionen. Zwar sehen viele in der Reerdigung eine nachhaltige Alternative zur klassischen Erd- oder Feuerbestattung – Kritiker bezweifeln jedoch nicht nur das. Neben einer vermeintlich nur schwer einsehbaren Energiebilanz sorgt vor allem die Tatsache, dass die Knochen der Verstorbenen nach dem Prozess maschinell zerkleinert werden, für Ablehnung.
Kritik vom Bundesverband Deutscher Bestatter
Aber der Reihe nach: Was ist überhaupt eine sogenannte Reerdigung? Bei der alternativen Bestattungsform wird der menschliche Körper unter kontrollierten natürlichen Bedingungen innerhalb weniger Wochen zu Erde umgewandelt. Dafür wird der Verstorbene in einen speziellen Behälter gelegt und mit natürlichen Materialien wie Stroh und Grünschnitt umgeben. Mikroorganismen zersetzen den Körper, sodass nach rund 40 Tagen nährstoffreiche Erde entsteht. Diese kann anschließend – abhängig von den gesetzlichen Vorgaben – auf einem Friedhof beigesetzt werden.






