Es war eine lange Nacht im italienischen Regierungssitz Palazzo Chigi – mit politischer Sprengkraft. Ein zentraler Änderungsantrag zur Einführung von Präferenzstimmen im Zuge der Wahlrechtsreform scheiterte am Dienstagabend denkbar knapp: 188 Abgeordnete stimmten dagegen, 187 dafür. Die geheime Abstimmung entfacht nun einen offenen Konflikt innerhalb der Regierungskoalition.Dabei hatten sich Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (Brüder Italiens), Verkehrsminister Matteo Salvini (Lega) und Außenminister Antonio Tajani (Forza Italia) auf einen gemeinsamen Kurs verständigt. Dass dennoch mehrere Koalitionsabgeordnete abwichen oder fernblieben – in Italien als „franchi tiratori“ (Heckenschützen) bekannt –, stellt Melonis Autorität infrage.
Italiens Mehrheit bröckelt: Was steckt dahinter?
Es ist eine politische Zerreißprobe für die Regierungschefin. Zwar verfügt Melonis Koalition weiterhin über eine parlamentarische Mehrheit, doch die Geschlossenheit bröckelt. Nach dem gescheiterten Volksentscheid zur Justizreform („Premierato“) ist es bereits die zweite empfindliche Niederlage binnen weniger Monate. Noch ist es kein Sturz – aber ein deutliches Warnsignal. Sollten sich solche Abweichungen wiederholen, könnte die Lage für Meloni mit Blick auf die Wahlen 2027 zunehmend kritisch werden.










