Für Wladimir Putin könnte das Asowsche Meer zum nächsten strategischen Problem werden. Denn was sich derzeit im Süden der Ukraine abspielt, könnte sich zu einer der bedeutendsten Entwicklungen des Krieges seit der weitgehenden Verdrängung der russischen Schwarzmeerflotte entwickeln. Statt große Kriegsschiffe zu versenken, setzt die Militärführung in Kiew zunehmend auf einen Zermürbungskrieg gegen Russlands Logistik, mit Schwärmen von See- und Luftdrohnen.
Nach Angaben des Kommandeurs der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme, Major Robert „Magyar“ Brovdi, seien innerhalb von nur neun Tagen 116 russische Schiffe angegriffen worden. Zu den jüngsten Zielen hätten fünf Tanker, fünf Frachtschiffe und ein Schlepper gehört. Ziel sei es offenbar nicht, jedes Schiff zu versenken. Vielmehr solle die Route so gefährlich werden, dass Reedereien, Besatzungen und Versicherer sie zunehmend meiden. Das Asowsche Meer als eine Art Straße von Hormus für Putin.
„Die Umschlagsinfrastruktur der Halbinsel bekommt jede Nacht neue Stiche ab“, schreibt Brovdi auf Telegram. „Der Verkehr durch die Meerenge steht still, das Löschen von Fracht ist auf ein Minimum zurückgegangen.“
Putins „Binnenmeer“ verliert seine Sicherheit












