Die Krim rückt erneut ins Zentrum des Krieges. Mit einer Serie von Drohnenangriffen auf Straßen, Brücken und Nachschubrouten versucht die Ukraine, die von Russland annektierte Halbinsel zunehmend vom Hinterland abzuschneiden. Das Ziel formulierte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi („Magyar“), ungewöhnlich offen: „Wir werden die Krim in naher Zukunft isolieren.“

Die Aussagen, die man in den vergangenen Wochen vermehrt aus Kiew hört, sind weitaus mehr als nur laute propagandistische Signale. Die Führung um Präsident Wolodymyr Selenskyj verweist immer wieder auf eine Strategie, die ukrainische Sicherheitsdienste bereits vor dem gescheiterten Gegenangriff im Sommer 2023 verfolgten: Russland nicht unbedingt militärisch von der Krim zu vertreiben, sondern die Versorgung der Halbinsel so stark zu beeinträchtigen, dass ihre Verteidigung immer kostspieliger und schwieriger wird.

Krim im Visier: Eine alte Idee kehrt zurück

Bereits während der ukrainischen Offensivbemühungen 2023 galt der Süden des Landes als entscheidender Kriegsschauplatz. Das strategische Ziel bestand damals darin, den sogenannten Landkorridor zwischen Russland und der Krim zu durchtrennen. Wäre es ukrainischen Truppen gelungen, bis zur Landenge von Perekop vorzustoßen, wäre die Krim weitgehend auf die Kertsch-Brücke und den Seeweg angewiesen gewesen.