Mr MarketRichemont übertrifft die kühnsten ErwartungenDer Luxusgüterkonzern beschleunigt das Umsatzwachstum im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 nochmals. Ausserdem: DocMorris hat den Tritt gefunden, SGS-Grossaktionär steht wohl nicht vor dem Absprung, Temenos-Aktien sind weiterhin attraktiv und Ypsomed überzeugt.The Market15.07.2026, 11.25 UhrGeschätzte Leserin, geschätzter LeserOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Ein Wachstum von 20% in Lokalwährung, ein Umsatz von 6,33 Mrd. €.: Richemont schraubt mit den Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 die Messlatte in der Luxusgüterindustrie nochmals nach oben, der Konzern pulverisiert die ohnehin schon hohen Erwartungen.Getrieben wurde die äusserst positive Entwicklung erneut von den starken Schmuckhäusern: Die Marken Cartier und Van Cleef sorgten für ein Umsatzplus von 24% in dieser Division. Unter den Regionen entwickelte sich Japan nach einem deutlichen Rückgang in der Vorjahresperiode besonders stark, aber einmal mehr brillierte Richemont auch in den USA.Etwas lakonisch könnte man sagen: Cartier-Uhren sind neben Speicherchips derzeit die am meisten nachfragten Güter in den USA. Und dies allen Unkenrufen zu Trotz. Immer wieder hatten Analysten in den letzten Monaten darauf verwiesen, dass die schlechte US-Konsumstimmung sich auch auf die Schmuck- und Uhrenverkäufe von Richemont auswirken werde. Aber die jüngsten Umsatzzahlen zeichnen ein anderes Bild und stützen meine bisherige These, dass die Kundinnen und Kunden von Cartier nicht allzu sehr unter steigenden Benzinpreisen und Wohnkosten leiden.Die Resilienz zeigt sich auch anderswo: Im Nahen Osten hatte das Unternehmen im März aufgrund des Krieges noch einen deutlichen Umsatzeinbruch erlitten, bis Ende Juni erholte sich die Nachfrage weitgehend. Der Umsatz wuchs zu konstanten Wechselkursen 3%.Die spezialisierten Uhrenhersteller wie Vacheron Constantin, Jaeger-LeCoultre and A. Lange & Söhne entwickelten sich weiterhin weniger dynamisch, wuchsen aber mit 8% in Landeswährungen schneller als in den Vorquartalen. Etwas enttäuschend ist der Rückgang der Uhrenverkäufe im Grossraum China, wenngleich er durch das Wachstum in den anderen Märkten in Asien-Pazifik (ohne Japan) fast ausgeglichen werden konnte. Über beide Divisionen setzte sich die leichte Erholung in der Region fort, während der Umsatz in Festland-China erneut schrumpfte.Insgesamt gibt es somit kaum Neues zu berichten, was die herausragende Stellung von Richemont nur noch unterstreicht.Richemont ist der Luxuskonzern der Stunde. Während die Konkurrenz insbesondere im Geschäft mit Lederwaren und auf dem chinesischen Markt unter dem schwachen Konsumumfeld leidet – LVMH musste im ersten Quartal 2026 erneut einen Umsatzrückgang hinnehmen –, sind die Genfer hervorragend positioniert. Wertbeständiger Luxus wie der Schmuck von Cartier, exzellente Handwerkskunst, für die inzwischen auch die Uhrenmanufakturen von Richemont stehen, sowie die Strahlkraft starker Marken zählen zu den wenigen verbliebenen Wachstumstreibern im Luxussegment.All das ist kein Zufall. Der Konzern wurde in den vergangenen Jahren mit grosser Umsicht geführt, sowohl bei der Pflege seiner Marken und der Preisgestaltung als auch hinter den Kulissen. So werden heute sowohl der Vertrieb und das Umlaufvermögen als auch die Kapitalallokation hervorragend gemanagt.Richemont weist zwar keine Zahlen zum freien Cashflow aus. Doch aus der publizierten Nettocashposition von 9,1 Mrd. € per Ende Juni, ein Zuwachs von 0,6 Mrd. im Vergleich mit dem Stand von Ende März und unter Berücksichtigung der ordentlichen Abflüsse und den Zufluss aus dem Verkauf der Beteiligung am Reisedetailhändler Avolta kann ein starker Cashflow abgeleitet werden.Einen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gibt Richemont wie üblich nicht ab. Die Analysten gehen für das Ende März 2027 ablaufende Geschäftsjahr von einen Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen von 9% aus, wobei die Schmuckhäuser «nur» 10% wachsen sollen. Das erscheint nun bereits nach dem ersten Quartal eher konservativ. Durch das starke Wachstum im höhermargigen Schmuckgeschäft dürfte auch der Gewinn höher ausfallen als bisher erwartet. Die Analysten werden ihre Prognosen in den kommenden Tagen wohl leicht nach oben revidieren.Gleichzeitig wird die Vergleichsbasis anspruchsvoller. Im zweiten Quartal 2025/26 (per Ende September) hatte sich das Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen auf 14% beschleunigt. Es lohnt sich überdies, die Popularität Cartiers im Blick zu haben: Gegen Ende Juni und im Juli sind etwa die Suchanfragen nach Produkten der Schmuckmarke bei Google im wichtigen US-Markt etwas zurückgekommen. Sie bleiben zwar auf hohem Niveau im Vergleich mit den Vorjahren, aber das Klumpenrisiko ist mittlerweile doch beträchtlich.Heute Mittwochmorgen erreichen die Aktien bei knapp 200 Fr. ein neues Höchst.Seit Anfang Jahr haben sie 14% zugelegt, während der gesamte Sektor deutlich im Minus notiert. Der Abstand zur Konkurrenz ist gerechtfertigt, die Fallhöhe aber nimmt zu. Ich nehme Gewinn mit.InhaltsverzeichnisDocMorris gewinnt das Vertrauen der Börse zurückDas GBL-Risiko bei SGS wird überschätztTemenos: No DramaYpsomed startet vielversprechendDocMorris gewinnt das Vertrauen der Börse zurückZu den positiven Überraschungen des Jahres gehört auch DocMorris. Die Onlineapotheke, die seit Jahren um das finanzielle Überleben kämpft, setzt ihren positiven Lauf der letzten Monate fort.Das Unternehmen veröffentlichte am Mittwochmorgen ein Trading Update zum abgelaufenen zweiten Quartal, das die bereits hohen Erwartungen übertraf. Die Aktien, die in den vergangenen Wochen und Monaten praktisch nur den Weg nach oben kannten, legen im frühen Handel um weitere 8% zu.Vor allem das Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Rx) überzeugte erneut mit einem Wachstum von 46% gegenüber dem Vorjahr. Der zwar noch kleine, aber hochprofitable Bereich Digital Services mit der Telemedizintochter TeleClinic legte um 80% zu. Positiv entwickelte sich zudem die Kundenbasis: Die Zahl der aktiven Kunden stieg im Jahresvergleich um 1,1 Mio. auf insgesamt 12,9 Mio.Einen konkreten Ausblick für den Jahresverlauf will DocMorris erst mit der Vorlage des Halbjahresberichts am 19. August geben. Das Management sieht sich jedoch auf Kurs, die Gewinnschwelle vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) im Laufe des Jahres 2026 zu erreichen.Die Stimmung rund um DocMorris hat sich in den vergangenen Monaten fundamental gedreht. Noch im März fielen die Aktien auf ein Allzeittief von unter 4 Fr. – ein Kursverlust von nahezu 99% gegenüber dem Höchststand aus dem Jahr 2021.Heute, vier Monate später, haben sich die Titel mehr als verdreifacht. Am Mittwoch kletterten sie kurz über die Marke von 11 Fr. und erreichten damit den höchsten Stand seit Dezember 2025. Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Aktien am Montag durch eine Hochstufung der Deutschen Bank von «Hold» auf «Buy». Gleichzeitig verdoppelten die Analysten ihr Kursziel – von 5.50 auf 11.50 Fr.Nachdem sich der Fokus der Börse bei DocMorris jahrelang nahezu ausschliesslich auf die angespannte Liquiditätssituation gerichtet hatte, hat sich die Debatte in den vergangenen Wochen und Monaten zunehmend auf deutlich erfreulichere Themen verlagert: ein beschleunigtes Umsatzwachstum, eine Verbesserung des Cashflows sowie das Potenzial des digitalen Gesundheitsökosystems von DocMorris.Angestossen wurde diese Entwicklung von den erfreulichen Quartalszahlen, die DocMorris Mitte April vorlegte und mit denen das Unternehmen nach langer Zeit positiv überraschte. Und nicht nur operativ gab es gute Neuigkeiten: Im Mai wehrte DocMorris den Angriff des polnischen Grossaktionärs Pelion, der sich an der Generalversammlung die Mehrheit im Verwaltungsrat einschliesslich des Präsidiums sichern wollte, letztlich klar ab.Gleichzeitig betonte das Management bereits vor dem heutigen Trading Update regelmässig, dass sich die positive Geschäftsdynamik im zweiten Quartal weiter beschleunigt habe. Zudem kündigte DocMorris im Juni an, durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz ab Ende 2027 jährlich mindestens 15 Mio. Fr. einsparen zu wollen. Am Markt wird denn auch erwartet, dass das Management bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im August die Guidance für das laufende Geschäftsjahr anheben wird.Die Analysten der Deutschen Bank sind zudem überzeugt, dass die verbesserte operative Performance und die jüngste Erholung des Aktienkurses dazu beitragen, die Sorgen der Anleger über den Finanzierungsbedarf von DocMorris weiter zu verringern.DocMorris startete mit einer Liquidität von 160 Mio. Fr. ins Jahr 2026. Neben der Rückzahlung einer Wandelanleihe über 22 Mio. Fr. rechnet die Deutsche Bank für das laufende Jahr mit einem Cashabfluss von 67 Mio. Fr. Damit dürfte sich der Barmittelbestand bis Ende Jahr auf rund 70 Mio. Fr. reduzieren. Für 2027 erwarten die Analysten nur noch einen negativen Cashflow von 24 Mio. Fr. Vor dem Hintergrund, dass DocMorris ab 2027 planmässig einen freien Cashflow erwirtschaften soll, könnte die vorhandene Liquidität somit ausreichen.Vom Tisch ist das Finanzierungsthema allerdings nicht: In den Jahren 2028 und 2029 werden zwei weitere Wandelanleihen fällig. Die erste über knapp 50 Mio. Fr. dürfte dem Management nach heutigem Stand kaum Kopfzerbrechen bereiten. Ihr Wandelpreis liegt bei 6.54 Fr. und damit deutlich unter dem aktuellen Aktienkurs. Für die Gläubiger ist es deshalb finanziell attraktiver, die Anleihe bei Fälligkeit in Aktien zu wandeln, anstatt sich den Nennwert in bar auszahlen zu lassen. DocMorris müsste die Anleihe in diesem Fall nicht zurückzahlen.Anders ist die Lage bei der 2029 fälligen Wandelanleihe über 200 Mio. Fr. Ihr Wandelpreis liegt bei knapp 56 Fr. und damit deutlich über dem jetzigen Aktienkurs von knapp 11 Fr. Diese Anleihe wird das Unternehmen also voraussichtlich zurückzahlen müssen. Wenn sich die positive operative Entwicklung jedoch fortsetzt, könnte DocMorris die Voraussetzung dafür schaffen, die 200 Mio. Fr. über normale Bankkredite oder eine neue Anleihe zu refinanzieren.Das Management hat in den vergangenen Monaten Vertrauen zurückgewonnen. Nachdem der Turnaround zuvor zahlreiche Male angekündigt worden war, scheint er sich nun tatsächlich zu materialisieren. Die Aktien könnten kurzfristig zwar etwas heiss gelaufen sein. Setzt sich die positive Entwicklung jedoch fort, halte ich langfristig noch höhere Kurse für möglich.Das GBL-Risiko bei SGS wird überschätztDie Aktien des Prüfkonzerns SGS haben den durch den Krieg am Persischen Golf ausgelösten Rückschlag im Frühjahr aufgeholt und wieder deutlich an Schwung gewonnen. Unternehmen aus der Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsbranche – kurz TIC – profitieren zwar davon, dass ein grosser Anteil ihres Umsatzes wiederkehrende ist. Sie sind aber nicht vollständig konjunkturresistent. Mit den zuletzt abklingenden Konjunktursorgen rücken bei SGS die Umsetzung der Strategie 2027 und strukturelle Wachstumstrends wie Digital Trust und Nachhaltigkeit stärker in den Vordergrund.Das konjunkturelle Umfeld war aber nicht der einzige Belastungsfaktor: Auch die Unsicherheit um die belgische Grossaktionärin Groupe Bruxelles Lambert (GBL) dämpfte zuletzt die Entwicklung des Aktienkurses. Die Beteiligungsholding hält noch 14,2% am Prüfkonzern. Nach einer Aktienplatzierung im März 2025 hatte sie für die verbleibenden Titel eine neunzigtägige Lock-up-Vereinbarung unterzeichnet, die im Juni 2025 auslief. Seither befürchten Investoren, GBL könnte weitere Anteile auf den Markt bringen.Die Frage, ob eine weitere Platzierung durch GBL tatsächlich kommt, bleibt trotz Kursavancen bestehen. SGS kommuniziert dazu erwartungsgemäss zurückhaltend. Grundsätzlich behandle das Unternehmen alle Aktionäre gleich und schätze die Unterstützung langfristig orientierter Investoren, die an die Strategie und das Management glaubten, sagte mir ein Sprecher.GBL hatte die Spekulationen mit dem angekündigten stärkeren Fokus auf Private Equity selbst genährt. Nach dem Amtsantritt von CEO Johannes Huth im Mai 2025 stellte die Holding einen schrittweisen Abbau grosser kotierter Beteiligungen in Aussicht. Inzwischen hat das Management diese Haltung jedoch relativiert: Nach mehreren Verkäufen stehen die verbliebenen Beteiligungen offenbar nicht automatisch zur Disposition. GBL hat ausreichende finanzielle Mittel. Die Beteiligungsgesellschaft hat ein Veräusserungsprogramm im Umfang von 5 Mrd. € nahezu abgeschlossen und verfügt zudem über ungenutzte, zugesicherte Kreditlinien. Ende März 2026 belief sich ihr Liquiditätsspielraum damit auf 6,2 Mrd. €.Diese Zurückhaltung dürfte insbesondere für SGS gelten. GBL scheint CEO Géraldine Picaud und ihre Strategie von Beginn an unterstützt zu haben. Zudem leisten die Aktien einen bedeutenden Beitrag zu den Dividendeneinnahmen der Beteiligungsgesellschaft.Realistisch erschiene ein Verkauf daher vor allem bei hohem Kapitalbedarf für eine grosse Private-Equity-Transaktion. Dafür gibt es derzeit jedoch keine Anzeichen. GBL strebt wohl hauptsächlich Investitionen von 0,5 bis 1,5 Mrd. € an, was angesichts des bestehenden finanziellen Spielraums gut finanzierbar ist. Eine weitere Platzierung schliesse ich zwar nicht aus, sie erscheint unter diesen Voraussetzungen aber wenig wahrscheinlich. Vielmehr deutet einiges darauf hin, dass GBL langfristig an der Beteiligung festhält.Ähnlich beurteilt dies David Windisch, Fondsmanager bei der Rothschild & Co Bank. Einen kompletten Ausstieg betrachtet er gegenwärtig als Szenario mit eher geringer Wahrscheinlichkeit. Sollte GBL dennoch verkaufen, wäre kurzfristig mit Druck auf den Aktienkurs zu rechnen. Einen deutlicheren Kursrückgang würde Windisch jedoch eher als Kaufgelegenheit denn als fundamentale Verschlechterung für die Aussichten der Aktien betrachten.Der Fokus richtet sich für mich damit wieder voll auf das operative Geschäft. Für das zweite Quartal erscheint für Windisch ein organisches Wachstum von rund 5% realistisch. Gebremst wird die Umsatzentwicklung durch die Unsicherheit im Nahen Osten und durch Währungseffekte. Die operative Marge wird bei rund 15% erwartet, der Cashflow sollte hoch bleiben. Am 24. Juli legt das Unternehmen Halbjahreszahlen vor.Die SGS-Aktie bleibt für mich ein Kauf.Temenos: No DramaBereits zwei Tage vor SGS, also am 22. Juli, wird Temenos seine Zahlen für das zweite Quartal publizieren. Ich erwarte einen soliden, aber keinen bombastischen Abschluss.Sie erinnern sich: Temenos leidet an der Börse seit Monaten unter der These, wonach künstliche Intelligenz das Geschäftsmodell von Softwareunternehmen zerstören wird. «Short Software, Long Semiconductors» ist ein beliebter Trade unter Hedgefonds. Aktien von Softwareunternehmen werden leer verkauft, und mit den daraus gelösten Mitteln kaufen die Investoren Aktien aus dem Halbleitersektor. Darunter leidet der gesamte Softwaresektor, von SAP über Adobe und Microsoft bis zu Temenos. Gestern Dienstag gerieten die Titel nach einer heftigen Gewinnwarnung von IBM noch zusätzlich unter Druck.Ich bleibe bei meiner im Februar formulierten Meinung, dass die KI-Gefahr für Temenos überschaubar ist. Kernbankensoftware, quasi das Herz-Kreislaufsystem einer Bank, wird nicht so einfach durch KI zu ersetzen sein.Aber diese Meinung ist irrelevant, solange der gesamte Softwaresektor an der Börse leidet. Der Aktienkurs von Temenos ist seit Anfang Jahr in einer Seitwärtsbewegung zwischen 65 und 80 Fr. gefangen. Im unteren Bereich dieses Bandes kann man kaufen, aber über 80 Fr. scheint es die Aktie nicht nachhaltig zu schaffen.Mir bleibt nur, auf die lange Frist zu verweisen. Der CEO von Temenos, Takis Spiliopoulos, leistet hervorragende Arbeit. Nach der flatterhaften Performance seiner beiden Vorgänger muss der seit letztem Herbst amtierende Spiliopoulos am Kapitalmarkt Vertrauen aufbauen. Und das tut er, indem er realistische Ziele setzt und verlässlich liefert. Quartal für Quartal. Ohne Drama.Insofern gehe ich davon aus, dass auch die Zweitquartalszahlen nächste Woche nicht enttäuschen werden. Aber Achtung: Das zweite Quartal vor einem Jahr war extrem stark, ein grosses Plus im Jahresvergleich ist nicht zu erwarten.Positiv stimmt mich ein weiterer Kundengewinn in den USA: Am 9. Juli meldete das Unternehmen, eine «führende, landesweit tätige Regionalbank» habe sich für die SaaS-Lösung (Software as a Service) von Temenos entschieden. Der Deal wurde zwar erst Anfang Juli, also im dritten Quartal, unterschrieben – aber die Signalwirkung ist stark: Temenos wächst im wichtigen Markt USA, und das, obwohl der angeschlagene Konkurrent Fiserv seine Produkte derzeit praktisch verschenkt.Ich weiss, die Titel brauchen Geduld. Aber es wird sich auszahlen, bei Temenos investiert zu bleiben. Jeder Rückschlag ist für mich eine Kaufgelegenheit.Ypsomed startet vielversprechendZuversichtlich bin ich dieser Tage auch für Ypsomed. Das Medtech-Unternehmen aus Burgdorf ist erfolgreich ins Geschäftsjahr 2026/27 gestartet und vermeldete Ende vergangener Woche vierzehn neue Kundenprojekte, was über dem Quartalsdurchschnitt liegt.Zur Einordnung: Im Geschäftsjahr 2024/25 gewann Ypsomed insgesamt 36 neue Kundenprojekte, also durchschnittlich neun pro Quartal. Die Nachfrage nach grossvolumigen Autoinjektoren bleibe hoch, gestützt durch Biosimilars und neue Therapiegebiete wie Infektionskrankheiten, wie das Management ausführte.Gleichzeitig treibt das Unternehmen den Ausbau der Produktionskapazität voran. In Solothurn wurde eine neue Hochkapazitätslinie für den Pen YpsoMate in Betrieb genommen, in Schwerin, Deutschland, das neue automatisierte Hochregallager fertiggestellt. Finanzkennzahlen veröffentlichte Ypsomed nicht.Die Analysten werteten das qualitative Update dennoch positiv. Das Team von Vontobel erhöhte die Schätzungen und das Kursziel von 410 auf 425 Fr. Als Begründung nannte Analystin Sibylle Bischofberger die neuen Kundenprojekte und die guten langfristigen Wachstumsaussichten. Im Geschäft mit Drug-Delivery-Systemen gilt der Auftragseingang als wichtiger Frühindikator. Zwischen einem neuen Entwicklungsprojekt und einer späteren kommerziellen Produktion liegen oft mehrere Jahre, erfolgreiche Projekte schaffen aber eine hohe Visibilität für das künftige Wachstum.Seit Jahresbeginn haben die Aktien Ypsomed gut 12% gewonnen, eine schöne Performance, wie ich finde.Trotzdem sind sie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 25 für die nächsten zwölf Monat immer noch deutlich unter ihrem langjährigen Durchschnitt bewertet. Mittlerweile empfehlen elf von Bloomberg befragte Analysten die Titel zum Kauf. Zwei tendieren zum Halten und einzig das Team der US-Investmentbank Jeffries rät zum Verkauf.Freundlich grüssen im Namen von Mr MarketManuel Boeck, Mark Dittli, Henning Hölder, Carla Palm und Gabriella Hunter
Richemont ist hervorragend positioniert, das spiegelt sich auch in den Aktien
Der Luxusgüterkonzern beschleunigt das Umsatzwachstum im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 nochmals. Die Fallhöhe nimmt aber zu.













