Den vier Sätzen, auf die sich 200 Ökonomen und 16 Nobelpreisträger geeinigt haben, lässt sich ihre Unverbindlichkeit vorwerfen. Angebracht ist der Vorwurf nicht. Denn die Warnung trifft den Kern eines Problems, das die Wirtschaftspolitik bisher verdrängt: Künstliche Intelligenz ist keine gewöhnliche Basistechnologie. Dampfmaschine, Elektrizität und Computer ließen den Gesellschaften Jahrzehnte Zeit, um Institutionen, Bildungssysteme und Arbeitsmärkte anzupassen. KI durchläuft dieselbe Entwicklung in Jahren, und sie ist die erste Technologie, die sich selbst verbessert. Modelle schreiben heute den Code, aus dem die nächste Modellgeneration entsteht. Wer hier einen einmaligen Produktivitätssprung erwartet, wie ihn zum Beispiel die Tabellenkalkulation brachte, unterschätzt die Dynamik: Es geht um eine Technologie mit eingebauter Beschleunigung.
Künstliche Intelligenz: Warum 200 Ökonomen jetzt warnen
Der Aufruf von 200 Ökonomen zur KI-Revolution mag vage klingen. Seine Dringlichkeit ist es nicht.













