In ihrem Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ blicken Eva Müller und Isabel Schneider zurück auf den Fernsehhumor der 1990er. Sexismus war überall.

Kaum etwas ist so sehr in Verruf geraten über die letzten Jahre wie der Humor. Genauer gesagt: der deutsche Fernsehhumor. Das letzte traurige Beispiel ist erst wenige Wochen her, da versuchte Dieter Nuhr über das Thema Femizid, Verzeihung: über die vermeintliche „Pauschalisierung von Männern als potenzielle Gewalttäter“ einen Witz zu machen, indem er den Frauen empfahl, „es wäre nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr erst mal kennenlernen würde“.

Welches Gesicht zu diesem „Witz“ Maren Kroymann, Esther Schweins oder Hella von Sinnen gemacht hätten, kann man sich nach „Was haben wir gelacht“, der Dokumentation von Eva Müller und Isabel Schneider, nur allzu gut vorstellen. Es als Augenrollen zu beschreiben, wäre wohl noch untertrieben.

Dabei merkt man dem Film in seiner Anlage an, dass er ursprünglich als Projekt einer Fortschrittsbeobachtung angelegt war. Früher war es schlimm, dann wurde es besser. Die (west-)deutsche Fernsehunterhaltung wurde bis in die 1980er Jahre fast ausschließlich von Männern repräsentiert. Hans-Joachim Kulenkampff, Wim Thoelke, Hans Rosenthal – sie alle hatten zwar die eine oder andere Assistentin an ihrer Seite.