Humor ist ein Machtfaktor. Wer bestimmt, worüber gelacht wird, prägt Bilder, lenkt Gedanken. Maren Kroymann bringt das im Interview vor der Dokumentarfilm-Kamera auf den Punkt. Und wer hat jahrzehntelang darüber entscheiden, wer öffentlich lustig sein darf? Männer.

Es waren Herren wie Wim Thoelke, Hans-Joachim Kulenkampff, Thomas Gottschalk, Rudi Carrell, Harald Schmidt und Stefan Raab, die den Ton angaben. Und in welchen Rollen kamen Frauen zu ihnen auf die Showbühne? Sie durften Ansagerinnen oder Assistentinnen sein. Sie waren ein Fräulein Soundso oder trugen nur Vornamen, sie wurden genauso präsentiert wie die Preise für die Rategäste der Sendung. „Du gefällst mir fabelhaft, selbst wenn du kleine Schritte machst“, sagte der Showmaster zur Begrüßung. Oder: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben viel Glück gehabt. Tolle Haare, schöne Zähne.“

Sexistische Witze gingen immer

Frauen wurden benutzt als Gegenstände der Belustigung; sexistische Witze gingen immer. Angesichts der krassen Beispiele, die die Filmemacherinnen Eva Müller und Isabel Schneider für „Was haben wir gelacht“ zusammengesucht haben, kann man sich nur schütteln. Thomas Gottschalk greift Steffi Graf ans Knie, glotzt Sarah Connor in den Ausschnitt, verbietet Iris Berben das Hinsetzen, auf dass man länger den Schlitz an ihrer Rockrückseite bestaunen kann. Die Schauspielerin Esther Schweins sagt: „Das war nichts Besonderes. Gottschalk war der nur Hecht im Karpfenteich.“