«O Embolo, o Embolo», singen die Fans, als das Nationalteam in Zürich eintrifft – der Stürmer bleibt auf der Bühne lieber im HintergrundTausende feiern die Schweizer Nationalmannschaft und ihren historischen Erfolg. Das Team und Murat Yakin hadern derweil noch mit dem Viertelfinal-Aus.14.07.2026, 16.44 Uhr4 LeseminutenDie Fans der Schweizer Mannschaft bejubeln ihre WM-Helden.Claudia Thoma / KeystoneEr verfolge das Schweizer Nationalteam nun schon seit 45 Jahren, holt ein älterer Mann aus. «Nein, sogar seit 50 Jahren.» Seine WM-Bilanz: «Das ist die beste Nati, die wir je hatten!»Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der 65-Jährige trägt ein Trikot und eine rote Mütze mit Schweizerkreuz. Er fügt sich damit nahtlos in die Menge ein, die Zuschauer sind zu Tausenden gekommen. Sie alle wollen die WM-Helden in der Heimat willkommen heissen.«Wir sind Schweiz» und «We made history» steht auf den Trägern der überdachten Bühne, auf der das Team um 12 Uhr erwartet wird. Dahinter hängt ein Foto des WM-Kaders. Schon ab 10 Uhr 30 strömen die Fans auf den Turbinenplatz – soeben ist die Mannschaft am Flughafen Zürich angekommen.Die Menge feiert in Trikots und verschwitzten HemdenEin «Hype-Man» soll die Wartezeit verkürzen: «Junge Menschen hier, ältere da», ruft er. «Das sieht wunderschön aus!» Er springt über die Bühne, legt mehr Meter zurück als Lionel Messi in einem WM-Spiel. Was aber auch nicht schwer ist. Aus den Lautsprechern dröhnen «Samba de Janeiro», «Wavin’ Flag» und «Mon Amour» von der Schweizer Band Hecht. Die Menge formt auf Kommando Herzen mit den Händen, schwenkt Fahnen und singt.Kinder halten selbstgebastelte Schilder hoch, «Danke für die tolle WM» steht darauf. Männer in durchgeschwitzten Businesshemden opfern ihre Mittagspause, um das Team zu feiern. Ein älterer Mann öffnet ein Bier und stösst mit zwei Jüngeren auf die Mannschaft an, ruft «Hopp Schwiiz» und stimmt Gesänge auf Yakin, Xhaka und Embolo an. Schliesslich zieht er sein T-Shirt aus.Viele drücken ihren Stolz auf das Nationalteam mit selbstgebastelten Schildern aus.Claudio Thoma / KeystoneAuf den Rücken der Fans prangen Namen wie Freuler, Rodriguez, Vargas. Insbesondere auch Manzambi, dessen Topleistungen die Trikotverkäufe augenscheinlich stark angekurbelt haben. Am häufigsten sieht man jedoch die Shirts von Captain Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri, der vor zwei Jahren seine Nationalmannschaftskarriere beendet hat.Shaqiri, Xhaka, Manzambi – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Nati. Nun steht wieder ein Umbruch an. Wie lange sind Xhaka, Freuler und Rodriguez noch dabei? In Gesprächen mit den Fans lebt die Hoffnung auf eine letzte Europameisterschaft dieser Generation.Yakin hadert noch mit WM-AusAls der Nationaltrainer Murat Yakin mit dem Staff, den Köchen, Physiotherapeuten und Ärzten die Bühne betritt, jubelt die Menge. Neben ihm stehen der Verbandspräsident Peter Knäbel und der Nationalteam-Direktor Pierluigi Tami.Die SRF-Sportmoderatorin Annette Fetscherin begrüsst die Anwesenden, übertönt von Kuhglocken und Geschrei. Knäbel hält sich kurz, Yakin sagt: «Wir wären natürlich gerne noch eine Woche länger geblieben.» Der Empfang in Zürich sei aber auch schön.Doch das Viertelfinal-Aus gegen Argentinien und die gelb-rote Karte für Breel Embolo nach einer Schwalbe ist nach wie vor omnipräsent: «Am Schluss hatten wir es nicht in den Händen», sagt Yakin. «Von unserer Seite haben wir alles gegeben.» Die Schweiz sei «grösstenteils besser gewesen als der Weltmeister». Jubelschreie. Wie schon bei der EM vor zwei Jahren sei mehr möglich gewesen. Aber: «Wir können weiter träumen.»Als die Spieler einzeln auf die Bühne gerufen werden, erhält Breel Embolo – neben Johan Manzambi – den lautesten Applaus. Doch er bleibt zurückhaltend, trägt Sonnenbrille und Mütze, winkt kurz ins Publikum und hält sich in der zweiten Reihe. Fragen werden ihm keine gestellt. «O Embolo, o Embolo», stimmen die Fans immer wieder an. Aus dem Publikum ist kein einziger Vorwurf an ihn zu hören.Breel Embolo liess sich von der Menge feiern – wirkte aber insgesamt eher zurückhaltend.Grant Hubbs / ImagoDie meisten Spieler sehen nach dem Aus noch mitgenommen aus. Nur Manzambi, Gregor Kobel und Granit Xhaka werden interviewt. Manzambi lobt seine Teamkollegen für die Spiele nach seinem Ausfall, seinem Knie gehe es schon «viel besser», sagt er – wieder Jubel von den Fans.Der Goalie Gregor Kobel hadert noch: «Wir haben alle vom Halbfinal geträumt.» Der lange Flug habe viel Zeit zum Nachdenken gegeben. Dennoch sei man zufrieden mit dem Erreichten.Zum Abschluss spricht der Captain Granit Xhaka. Er dankt den Fans für ihre Unterstützung: «Ich hoffe, wir haben euch glücklich gemacht.» Die Antwort kommt in Form von Kuhglockengeläut und Jubel. «Es war ein wirklich gutes Turnier, wir können stolz sein», sagt er. Mit etwas Glück wäre mehr möglich gewesen, aber das sei «part of the game».Das Team wirft kleine WM-Bälle als Geschenke ins Publikum. Die Fans singen «Schwiizer Nati». Ein kleiner Junge an der Hand seines Vaters singt das Lied auch noch am Bahnhof Hardbrücke. Das Highlight seines Sommers hat er schon vor den Ferien erlebt.Passend zum Artikel
«O Embolo, o Embolo», singen die Fans, als das Nationalteam in Zürich eintrifft
Tausende feiern die Schweizer Nationalmannschaft und ihren historischen Erfolg. Das Team und Murat Yakin hadern derweil noch mit dem Viertelfinal-Aus.








