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Energie: Dax-Konzern benennt sich um – aus Siemens Energy wird Omterra Das Unternehmen zahlt jedes Jahr hohe Summen für die Nutzung des Namens Siemens. Nun will sich der Konzern vorzeitig umbenennen. Der Kunstname war schon einmal im Gespräch.

Axel Höpner, Kathrin Witsch 14.07.2026 - 15:00 Uhr Artikel anhörenKonzernchef Christian Bruch: Die Umfirmierung soll im laufenden Jahr beginnen. Foto: Daniel Karmann/dpaMünchen, Düsseldorf. Der Dax-Konzern Siemens Energy gibt die Traditionsmarke Siemens auf. Künftig soll das Unternehmen Omterra heißen. Vorstandschef Christian Bruch sagte am Dienstag: „Seit unserem Börsengang war klar, dass uns die lizenzierte Marke Siemens Energy für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stehen würde.“ Nun will er die Umfirmierung noch in diesem Jahr beginnen.Die Energietechnik gehörte einst zu den Eckpfeilern des Siemens-Konzerns, daher ist die Umbenennung mit vielen Emotionen verbunden. Allerdings zahlte Siemens Energy seit der Abspaltung im Jahr 2020 hohe Summen für die Nutzung der Namensrechte an den ehemaligen Mutterkonzern.Jedes Jahr wurden 1,2 Prozent der Umsätze fällig – ohne Siemens Gamesa und Teile von Dresser-Rand. Wegen der starken Umsatzzuwächse waren das im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 gut 300 Millionen Euro.Siemens Energy kann den Markennamen bis zum Ende des Jahrzehnts weiterführen. So lange läuft der Vertrag mit Siemens. Da es aber operativ gut laufe und am Kapitalmarkt das Vertrauen gewonnen sei, argumentiert Bruch, sei jetzt der richtige Zeitpunkt für die Namensänderung gekommen.Damit muss nun über eine mögliche Vertragsauflösung mit Siemens verhandelt werden. Industriekreise halten eine vorzeitige Auflösung für nicht ausgeschlossen. Die Kosten für die Markenumstellung sind laut Industriekreisen – über mehrere Jahre verteilt – niedriger als die Lizenzzahlung für ein Jahr. Die Umstellung kostet also weniger als 300 Millionen Euro.„Team Purple“ half, um sich vom Namen langsam zu lösenDie künftige Namenswahl war für Siemens Energy nicht einfach. Meist kämen nur Kunstnamen heraus, beschreiben Industriekreise den Findungsprozess, weil sie einfacher zu schützen seien. Omterra sei schon bei der Abspaltung des Konzernteils von Siemens in den Top drei gewesen, bevor man sich dann entschieden habe, zunächst den Namen Siemens Energy weiterzuführen.Laut Unternehmen steht der neue Name „für die globale Aufstellung des Unternehmens, seine technologische Kompetenz und den Anspruch, weltweit zu einer verlässlichen Energieversorgung beizutragen“.Die Beschäftigten wurden Dienstagmittag über die Pläne informiert, die schrittweise umgesetzt werden sollen. „Viele Mitarbeiter haben über Generationen unter der Marke Siemens gearbeitet“, sagte ein Insider. Allerdings sei auch etwa ein Drittel der Belegschaft erst nach dem Börsengang zu Siemens Energy gestoßen.Das Logo von Siemens Energy in Frankfurt: An der Börse war Siemens Energy in den vergangenen Jahren eines der erfolgreichsten Unternehmen. Foto: dpaIntern wurde mit Bezug auf die Logofarbe in den vergangenen Jahren oft vom „Team Purple“ gesprochen, um eine langsame Loslösung von der Marke Siemens zu ermöglichen. Die Farbe soll nun auch beim neuen Logo eine zentrale Rolle spielen.Der Konzern könnte sich aufspaltenDer Kern von Siemens Energy ist die einstige Siemens-Energietechniksparte mit Gaskraftwerken, Stromübertragungstechnik, Windrädern und Elektrolyseuren zur Produktion von Wasserstoff.Nach dem Börsengang 2020 war das neue Unternehmen zwischenzeitlich in eine Krise geraten: Wegen der hohen Verluste im Geschäft mit der Windkraft waren die Banken bei der Vergabe von Garantien vorsichtig geworden. Siemens Energy musste den Staat um Rückgarantien bitten, um den hohen Auftragsbestand abarbeiten zu können.Doch die Krise ist inzwischen weitgehend überwunden. Der Konzern profitiert vom weltweit steigenden Energiebedarf, zum Beispiel für Datencenter und die Elektromobilität. Im Geschäftsjahr 2024/25 (30. September) stiegen die Umsätze auf vergleichbarer Basis um gut 15 Prozent auf 39,1 Milliarden Euro. Auch für die kommenden Jahre geht Siemens Energy von einem deutlichen Wachstum aus.Unklar ist dennoch, wie das Portfolio des Konzerns langfristig aussehen wird. So dürfte das Unternehmen nur an der Windkraft festhalten, die sich gerade an die Gewinnschwelle heranarbeitet, wenn sich mit dem Geschäft längerfristig gute Margen erzielen lassen. Das Segment wird zudem ebenfalls umbenannt.Auch könnte die Sparte „Transformation of Industry“ abgespalten werden. Das Geschäft mit so unterschiedlichen Produkten wie Kompressoren für die Ölindustrie und Elektrolyseuren zur Herstellung von Wasserstoff wurde in den vergangenen Jahren zwar deutlich profitabler. Verwandte Themen Siemens EnergySiemensDaxSiemens GamesaBörseAn der Börse war Siemens Energy in den vergangenen Jahren eines der erfolgreichsten Unternehmen. Seit dem Höhepunkt der Krise um die Staatsgarantien ist der Kurs von knapp sieben auf aktuell rund 150 Euro gestiegen. Seit dem Hoch von gut 180 Euro im April sind die Anleger allerdings etwas zurückhaltender geworden. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt