Köln sieht wieder aus wie 1945, zumindest in einem großen Teil der Innenstadt, über den sich eine Panzerglaskuppel wölbt. In dieser Parodie einer Schneekugel „bekämpfen sich gefangene Rechtsterroristen und Salafisten“, und zwar zum Gaudium zahlender Zuschauer – und durchaus bis zum grausigen Tod. Den Überlebenden winken Belohnungen und die Freiheit. Man darf und soll an die Gladiatoren im alten Rom hier ebenso denken wie an die brutale südkoreanische Serie „Squid Game“, das alles jedoch stattfindend in einer Stadt, deren Verwaltung auch im Jahr 2053 genauso wurstig wirkt wie heute. Gegen herumliegende Rollgleiter auf der Domplatte, böse Stolperfallen, tut sie nichts. Den Heerscharen von Tauben rückt sie hilflos mit Flammenwerfern auf den Leib. Das Bahnhofsgebäude, das den Fünfzigerjahre-Bau ersetzt hat, ist längst wieder abgerissen: ein weiteres Kölner „Baudesaster“, kaum der Rede wert.
Enno Stahls Roman „Menschmaschinen“: Welche Rechte hat ein Sexklon?
Enno Stahl hat eine turbulente Rhein-Ruhr-Dystopie verfasst, die sich beim Science-Fiction-Genre bedient, aber interessante Fragen an die Gegenwart stellt.







