Milliardär Musk: Permanentes Fehldeuten großer Werke
Man könnte meinen, dass Science-Fiction tendenziell schlecht altert. Von der Realität überholte Zukunftsvisionen können ja unfreiwillig komisch wirken.Tatsächlich altern viele – gute – Science-Fiction-Bücher ganz hervorragend: Weil sie von Ideen handeln, weil sie ihre Kerngedanken komprimieren und damit haltbar machen. Man denke nur an »1984« von George Orwell, an »Schöne neue Welt« von Aldous Huxley, an die Robotergeschichten von Isaac Asimov, »Die Geschichte der Magd« von Margaret Atwood oder »Die linke Hand der Dunkelheit« von Ursula le Guin.
Immer aktuellerEiner dieser Meilensteine, von dem viele schon einmal gehört, den aber wohl weit weniger tatsächlich gelesen haben, ist die »Neuromancer«-Trilogie von William Gibson. 42 Jahre ist das erste Buch jetzt alt, gerade wird es als TV-Serie neu aufgelegt (bei Apple TV). Nicht nur deshalb lohnt es sich, alle drei Bände jetzt (im Zweifel noch einmal) zu lesen. Die Bücher sind geradezu erschütternd prophetisch, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Ich habe sie als Teenager – damals in einer ziemlich schlechten Übersetzung – zum ersten Mal gelesen und seitdem etwa alle zehn Jahre wieder. Sie werden nie langweilig. Im Gegenteil: Sie werden immer aktueller.










