Das „Cyberpunk“-Manifest von Soziologin Asma Mhalla beklagt wortgewaltig die Allmacht von Tech-Konzernen und Politik. Und ruft am Ende zur Rebellion gegen diese auf.
Hey, Ridley, wir warten auf den zweiten Teil! Szene aus „Blade Runner“
cap/kfs/imago
Aus dem kalten Neonlicht der Straßen dampft der Regen. Jemand projiziert Coca-Cola-Werbung an die hageren Wolkenkratzer von Los Angeles. Als Ridley Scotts „Blade Runner“ 1982 in die Kinos kam, erschien das erste Mal eine Zukunft auf den Leinwänden, die vom Kapitalismus geprägt war. Noch in den Star-Wars-Filmen gab es keine Marken; die Drinks auf Tatooine werden in unterschiedslos weißen Bechern serviert. Erst im LA des Jahres 2019 wird die neue Welt in einer Werbestimme angekündigt. Was hier herrscht, ist kein übermächtiger Staat, sondern die Konzerne.
Es ist diese Welt, die die französische Soziologin Asma Mhalla in ihrem neuen Essay „Cyberpunk“ versucht zu begreifen. Auf 131 Seiten analysiert sie das neue Bündnis aus Staat und Tech-Branche, das die zweite Amtszeit Donald Trumps prägt. „Die Politik verhandelt nicht mehr mit den technologischen und finanziellen Mächten, sondern vereint sich mit ihnen“. Ihre zentrale These: Was uns heute ereilt, ist etwas radikal Neues.










