Lotus Eletre X: Sport-Hybrid neu gedachtDie Sportwagen-Tochter des chinesischen Konzerns Geely bringt Ende des Jahres ein Derivat des bislang vollelektrischen SUV mit drei E-Motoren und einem Vierzylinder auf den Markt. Letzterer soll für eine Reichweite von bis zu 1258 Kilometern sorgen.Roland Löwisch13.07.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenDer Lotus Eletre X soll mit mehr Leistung und weniger Gewicht wieder Schwung in die Verkäufe der Marke bringen.PDMan könnte auf die Idee kommen, dass die opulente Präsentation des neuen Plug-In-Hybrid-Lotus «For Me» – so heisst er in China, bei uns etwas weniger elegisch «Eletre X» – mehr gekostet haben dürfte, als Lotus in den letzten Jahren seiner Unabhängigkeit verdient hat. Die riesige Halle in Schanghai nimmt 650 Menschen auf, und Lotus-Chef Qingfeng Feng doziert eine geschlagene Stunde auf chinesisch, was die neue Eletre-Variante so besonders macht.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Er tut dies, nicht ohne zwischendurch mit markigen Sätzen die künftige Lotus-Power zu propagieren wie «Heat kills Performance. We kill heat.» Kein Wunder: Reichweitenstarke Plug-In-Hybride verkaufen sich in China gerade besonders gut. Tatsächlich hat Lotus eine neue Hybridtechnologie entwickelt, die im Eletre X nicht nur 952 PS zur Verfügung stellt, sondern vor allem für eine kombinierte Reichweite von maximal 1258 Kilometer sorgt, wobei man rund 355 Kilometer rein elektrisch zurücklegen kann.Lotus nennt die Technik «X Hybrid», wobei das X für «Next Technology», «Extra Power», «Extreme Charging» und «Extended Range» steht. Mit «Next Technology» meint Lotus unter anderem eine 900-Volt-Architektur, ein spezielles Thermomanagement und einen Generator an der Vorderachse. Dieser soll bis zu 25 kWh pro Stunde erzeugen können, die Batterie während der Fahrt aufladen, die Ladung bei konstanter Geschwindigkeit aufrechterhalten und plötzliche Leistungsspitzen abdecken.Der Lotus Eletre X ist zusätzlich zum E-Antrieb mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet.PDDazu gibt es eine «Electric-First»-Auslegung mit sechs Betriebsmodi, die sich an Geschwindigkeit, Ladezustand und Fahreranforderungen anpassen. Wählbar sind rein elektrischer Allradantrieb, paralleler Allradantrieb, Laden im Leerlauf, serielles Entladen, serielle Leistungserzeugung und parallele Leistungserzeugung.Mit «Extra Power» sind 952 PS gemeint (34 PS mehr als in der bisher stärksten Elektro-Eletre-Variante), die laut Lotus von je einem der leistungsstärksten Permanentmagnet-Synchronmotoren vorne (420 PS) und hinten (530 PS) erzeugt werden. Das maximale Drehmoment liegt bei 935 Newtonmetern, was für einen Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden sorgen soll. Das Top-Tempo ist begrenzt auf 230 km/h.Mit «Extrem Charging» bezeichnet Lotus ein DC-Laden von 20 auf 80 Prozent in rund neun Minuten – ergänzt durch vier Rekuperationsstufen zur Rückgewinnung von Ladung während der Fahrt.Als Hybrid-Sportler lässt sich der Eletre X betanken und mit Strom aufladen.PDDas Schlagwort «Extended Range» bezieht sich auf den Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner, der vorne eingebaut ist, die 70-kWh-Batterie speist und 6,1 Liter Sprit pro 100 Kilometer aus einem 52 Liter grossen Tank verbraucht.Optisch hat sich gegenüber dem vollelektrischen Eletre nicht viel geändert. «Die Lufteinlässe sind wegen des 900-Volt-Systems grösser,» erklärt Lotus-Chefdesigner Ben Payne. Die Front ist etwas anders gestaltet, die Haube anders geformt. Auch hinten gibt es leichte Änderungen - alleine schon, weil der Eletre jetzt einen Auspuff tragen muss.Innen hat sich gegenüber dem aktuellen Eletre fast nichts geändert – den Fahrer empfängt ein sehr geschmackvolles, Lotus-typisches Interieur.Der Innenraum hat sich gegenüber dem batterieelektrischen Modell kaum verändert.PDDie Leichtigkeit, die Lotus einst auszeichnete, ist allerdings trotz Aluminium-Karosserie und anderen Leichtbaumaterialien vorbei: der hochbeinige GT wiegt 2605 Kilo.Bei einem kurzen Test über drei Runden auf einem abgesperrten Parkplatz lässt sich die Reichweite des Eletre X allerdings nicht prüfen. Auch die Beschleunigung und der Bremsweg (laut Lotus von 100 km/h auf Null in 33,9 Metern dank riesiger Brembo-Bremsen) bleiben Messwerte auf Papier. Und weil die Batterien vollgeladen sind, lässt sich auf den wenigen Testmetern der Benzinmotor nicht erwecken – erst nach einer Extrabehandlung springt der Verbrenner an, was man allerdings bei der Fahrt so gut wie nicht wahrnehmen kann.Der Test-Eletre X verfügt über Luftfederung, extra für das Modell entwickelte Reifen, einen aktiven Heckspoiler, der bei voller Fahrt für bis zu 120 Kilogramm Abtrieb sorgt und auch als Luftbremse fungieren kann.Ein weiteres Highlight ist eine 48‐Volt‐Aktiv‐Wankstabilisierung mit bis zu 1400 Nm und einer Reaktionszeit von rund zehn Millisekunden. Die Auslieferungen beginnen im vierten Quartal dieses Jahres. Der Preis liegt im Bereich des vollelektrischen Eletre, er beginnt fürs Basismodell Eletre X H550 bei 81 990 Franken, das Spitzenmodell Eletre X H1000 ist ab 109 990 Franken erhältlich.Der Lotus Eletre X zeigt, dass die Sportmarke wieder zu Verbrennungsmotoren zurückkehrt.PDDie Testfahrt wurde durch Lotus unterstützt.Passend zum Artikel