Wer auf Instagram unterwegs ist, dem wird in letzter Zeit aufgefallen sein, dass eigene Posts seltener gelikt werden. Das Selfie vom Wandern? Oder der Schnappschuss vom Blumenbeet? Kaum eine Reaktion. Das hat nichts damit zu tun, dass einen die Freunde nicht mehr mögen oder man plötzlich uncool wäre. Sondern schlicht mit Änderungen, die Instagram in seinem Maschinenraum vorgenommen hat: Der Algorithmus priorisiert Reels gegenüber Posts. Der Grund: Die kurzen Videoclips werden öfter angesehen als statische Einzelbilder.

Die veränderten Nutzungsgewohnheiten haben den Meta-Konzern dazu veranlasst, die Mechanik seiner Maschinerie neu zu justieren: Sah man früher vor allem Posts von Accounts, denen man folgt (und umgekehrt), etwa Urlaubsfotos von Freunden, mischen sich heute in die Timeline Inhalte von Accounts, denen man nicht folgt – von denen der Algorithmus aber annimmt, dass es einen interessiert: lokale News, Wohnideen, Sportereignisse. Wer zum Beispiel häufig Fußball-Inhalte konsumiert, dem werden Reels von Groundhoppern angezeigt, also Fans, die Stadien in aller Welt besuchen.

Instagram, die im Vergleich zum etwas angestaubten Schwesternetzwerk Facebook frischere und flottere Social-Media-Plattform, hat ihr digitales Vertriebsnetz neu strukturiert: Statt reichweitenstarke Accounts zu favorisieren, stützt sich das algorithmische Empfehlungssystem auf Metriken wie beispielsweise die Übersprungsrate, also die Zahl derer, die ein Reel innerhalb der ersten drei Sekunden überspringen, oder die sogenannte Share Rate.