Das Interview findet in einer Wohnung statt, die in jedes Berliner Wohnzimmer passen würde. Sie ist zwei Meter breit und 3,20 Meter lang. Van Bo Le-Mentzel hat in seinen Büroräumen an der Geneisenaustraße seine einst entworfene 100-Euro-Wohnung nachgebaut.

Heute möchte der Berliner mit dem Wohnungsbauunternehmen Gemeinwohlbau Baulücken in der Hauptstadt schließen und Mietwohnungen bauen, die ab 330 Euro warm kosten sollen. Im Interview spricht er über seine Wut auf die Stadt, warum 20 Quadratmeter pro Person ausreichen, und dass Berliner den deutschen Wohlstand umdenken müssten.

Le-Mentzel: „Ich dachte, man muss reich sein, um jemand zu sein.“

Herr Le-Mentzel, Sie schreiben in einem Post auf Ihrem Instagramkanal, dass Sie früher so reich und erfolgreich sein wollten wie die Mächtigsten dieser Welt. Wann ist Ihnen dieser Wunsch vergangen?

Als ich 22 war, habe ich mir ein Buch von Bodo Schäfer gekauft. Da geht es darum, wie man in sieben Jahren Millionär wird. Ich hatte als Jugendlicher zwei Lebensentwürfe. Ich wollte Millionär werden und mit Rap in die Charts kommen.