Nato-Gipfel: Trump lässt sich nicht um den Finger wickeln

Statt Stärke zu demonstrieren, glauben Deutschland und das Militärbündnis, US-Präsident Donald Trump mit gefühlsduseligen Worten bei Laune zu halten.

Spürt „große Gefühle“ in Gegenwart von Donald Trump: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)

Michael Kappeler/dpa

N ato-Generalsekretär Mark Rutte und Bundeskanzler Friedrich Merz meinten tatsächlich, große Gefühle im Raum gespürt zu haben. Beide traten nach der Sitzung des Nordatlantikrats in Ankara beschwingt vor die Kameras und berichteten von Harmonie, Einigkeit und ja, sogar einer liebevollen Stimmung im Militärbündnis. Auch US-Präsident Donald Trump sagte, das Gespräch der Staats- und Regierungschefs hinter verschlossenen Türen sei von „unglaublicher Liebe“ geprägt gewesen. Wenige Stunden später ließ er neue Bomben auf Iran regnen. Dass Liebe für den US-Präsidenten keine universelle Bedeutung hat, ist keine Überraschung. Doch wie bereitwillig die europäischen Staaten die sich anbahnende Gewalteskalation am Golf ignorierten, nur um die Einigkeit auf dem Nato-Gipfel nicht zu gefährden, ist erbärmlich.