Es ist bezeichnend, dass Kai Wegner sein Kommunikationsdesaster bis zum letzten Tag seiner Zeit als Spitzenkandidat der Berliner CDU – und damit bis zum absehbaren Ende seiner Amtszeit als Regierender Bürgermeister – konsequent fortgeführt hat.
Um 15.00 Uhr trat er im Ernst-Lemmer-Institut in Charlottenburg vor die Presse und verkündete, was in seiner Partei seit Tagen erwartet wurde: Er verzichtet auf die erneute Spitzenkandidatur zur Abgeordnetenhauswahl am 20. September. Das Amt des Regierenden Bürgermeisters will er bis zum Wahltag weiterführen.
Nur drei Stunden zuvor hatte er vor dem Roten Rathaus die Regenbogenflagge gehisst – zum vierten Mal, wie er betonte. Auf die Frage der Berliner Zeitung und der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung, ob er sie angesichts der für 18.30 Uhr angesetzten Krisensitzung ein fünftes Mal werde hissen können, wich Wegner aus: Das werde man „nachher in der Kreisvorsitzung besprechen", man habe „heute Abend eine Runde", danach werde weitergeredet. Zu diesem Zeitpunkt – gegen 14.00 Uhr – war der Rückzug längst beschlossen und die Kommunikationslinie für 15.00 Uhr in Vorbereitung. Um 14.09 Uhr verschickte die CDU-Landesgeschäftsstelle die kurzfristige Einladung zum Pressetermin.












