Nach der mutmaßlichen Amoktat im oberbayerischen Schongau werden immer mehr Details über den Tatverdächtigen bekannt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur war der 16-Jährige, selbst ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums, zweimal kurzzeitig und befristet vom Unterricht ausgeschlossen worden. Nach zahlreichen intensiven Gesprächen zwischen Eltern, Lehrern, Schulpsychologen und weiteren Fachkräften sei er dann von der Schule abgemeldet und an einer neuen Schule angemeldet worden.Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte bereits berichtet, dass der 16-Jährige in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung gewesen sei und zuletzt bei seinen Eltern gewohnt habe. Laut Herrmann fiel der 16-Jährige möglicherweise schon in der Vergangenheit durch Drohungen auf – aber auch das müsse erst sorgfältig recherchiert werden.„Das sind echte Helden für mich“Die zwei 13 Jahre alten Mädchen, die am Mittwoch durch den mutmaßlichen Amoktäter schwer verletzt wurden, überlebten wohl auch dank des beherzten Eingreifens von zwei Lehrkräften und Mitschülern. Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler), die am Donnerstag das betroffene Welfen-Gymnasium besuchte, bedankte sich ganz speziell bei den zwei Lehrkräften, die den mutmaßlichen Täter überwältigten, und bei den Schülerinnen und Schülern, die den beiden schwer verletzen Mädchen sofort zu Hilfe eilten. „Eines der Mädchen wäre sehr wahrscheinlich verblutet, wenn sie das nicht gemacht hätten. Also die haben ihr wahrscheinlich das Leben gerettet“, sagte Stolz der Deutschen Presse-Agentur. „Das sind echte Helden für mich.“Der Verdächtige soll im Laufe des Tages zur Haftprüfung dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Er müsse entscheiden, ob der 16 Jahre alte Jugendliche in Untersuchungshaft komme oder ob eine einstweilige Unterbringung angeordnet werde, stellten Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft München II am Donnerstag klar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte am Mittwochabend das Welfen-Gymnasium, das in seinem Wahlkreis liegt, besucht. Er hatte angegeben, der mutmaßliche Täter sei bereits in Untersuchungshaft. „Wir gehen weiter davon aus, dass es sich um eine psychische Ausnahmesituation gehandelt hat“, sagte der CSU-Politiker. Der Tatverdächtige, der die kroatische Staatsangehörigkeit hat, ist ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums.Die beiden schwer verletzten Mädchen waren am Mittwochnachmittag außer Lebensgefahr. Laut Dobrindt waren sie zufällige Opfer, „die in dem Moment in seine Schreckensbahn gekommen sind“.Was ist das Motiv? Woher hatte der Täter die Waffen?Am Donnerstag öffnete die Schule wieder. Zur Tagesordnung übergehen wolle man aber nicht, sagte ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes. Kriseninterventionsteams sollen für Gespräche vor Ort sein und den Schülern und Lehrern helfen, um das zu verarbeiten, was am Mittwoch an ihrer Schule geschehen ist. „Die Bilder dieses Tages werden uns noch lange begleiten“, schrieb der Erste Bürgermeister Thomas Schleich auf Instagram: „Ein Tag, der uns alle verändert hat“.Die Erlebnisse am Welfen-Gymnasium seien „das, wovor wir uns alle immer am meisten gefürchtet haben“, schrieb Schleich weiter, dankte den Einsatzkräften und versprach Schülern, Eltern und Lehrern: „Wir lassen Euch jetzt nicht allein.“Einige der Schüler hatten hautnah erlebt, wie ein ehemaliger Mitschüler das Schulgelände betrat, laut Polizei einen Schuss aus einer Pistole abgab und dann, als die Waffe versagte, mit einem Messer auf die Mädchen losging. Die Schülerinnen wurden dabei so schwer verletzt, dass eine von ihnen mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste.Wie der Täter an die Schusswaffe kam und was ihn zu der Tat bewegt haben könnte, sind Fragen, die noch zu klären sind.