Techkonzerne sollen private Nachrichten wieder nach Hinweisen auf sexuellen Kindesmissbrauch durchsuchen dürfen, hat das Europaparlament entschieden. Ausgenommen sind verschlüsselte Chats wie bei Signal oder WhatsApp.
09.07.2026, 14.29 Uhr
Logo von WhatsApp: Ursprünglich sollten auch verschlüsselte Chats durchforstet werden
Unternehmen wie Meta, Microsoft, Google und Co. könnten schon bald wieder in privaten Chats nach Hinweisen auf sexuellen Kindesmissbrauch suchen dürfen. Nach einer Wende in der Debatte über die sogenannte Chatkontrolle billigte das EU-Parlament in einer chaotischen Abstimmung den Vorschlag des Rats der Mitgliedsländer. Allerdings stimmten sie auch für einen Schutz der verschlüsselten Kommunikation, wie etwa bei Signal oder WhatsApp.
Eigentlich hatte sich eine Mehrheit der Abgeordneten vor über drei Monaten bereits gegen das Vorhaben gestellt. Die nun beschlossene Übergangsregelung soll bis April 2028 gelten. Bevor sie in Kraft treten kann, muss die EU-Kommission zu den Vorschlägen des Parlaments Stellung beziehen und der Rat der Mitgliedsländer abschließend zustimmen.Private Nachrichten werden durchsuchtBereits 2021 war die Ausnahmeregelung von europäischen Datenschutzgesetzen eingeführt worden, damit etwa Messengerdienste zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch private Chats scannen dürfen. Dieses Provisorium wurde mehrmals verlängert, während an einer dauerhaften Regelung gearbeitet wurde, die einen deutlich größeren Umfang hätte. Die schwierigen Verhandlungen zu jener Lösung laufen allerdings noch zwischen dem EU-Parlament und dem Rat der Mitgliedstaaten; die nächsten Gespräche sind für September geplant.












