Können Sie sich das vorstellen? Bei fast 40 Grad Celsius sitzen die Hasardeure bei der Tour de France im Sattel. Nicht nur für ein paar Pedalumdrehungen zum See oder ins Freibad. Stundenlang!Zugegeben: Sich auszumalen, was da vor sich geht, ist schwer. Also hören wir doch mal nach. Wie im Backofen soll sich das anfühlen, heißt es – mit Ober- und Unterhitzefunktion. Die Sonne brät von oben, der Asphalt von unten. Klingt unangenehm.Ein Glück, dass es Eiswesten und spezielle Trikotstoffe gibt. Ein Glück, dass Flaschen im Minutentakt angereicht werden, damit die Fahrer einen kühlen Kopf bewahren können. Da kann man fast froh sein, wenn man heutzutage Radprofi ist. Wie muss das bloß früher gewesen sein?Verpflegungszonen als „Kriegsgebiet“Heiß war es ja schon immer. Nun gut, nicht so oft wie heutzutage. Und, das müssen wir auch zugeben nach den Rekordtemperaturen im Juni, auch nicht ganz so heiß. Aber Probleme gab es auch schon früher. Vor allem für Fahrer wie Albéric Schotte. Der war ein Mann für die Klassiker. Für Nässe und Kälte. 1948 kämpfte sich der „eiserne“ Briek durch Schneeregen über einen Alpenpass. Der Lohn: Zweiter bei der Tour. Aber die Hitze? Damit konnte der Belgier nicht umgehen.Also traf er 1950 in Frankreich mit den anderen Kapitänen eine Vereinbarung. Es muss heiß gewesen sein an diesem Tag. Sehr heiß. So heiß, dass die Fahrer irgendwann einfach anhielten. Sie stiegen von ihren Rädern, liefen ein paar Meter durch den Sand und tauchten ab.Eine Meuterei bei der Tour de France? Heute scheint keiner mehr auf die Idee zu kommen, mal eben im Mittelmeer planschen zu gehen. Das Peloton hat ja auch ganz andere Möglichkeiten zur Kühlung, werden Sie nun anführen, wenn Sie diesen Text aufmerksam gelesen haben.Das ändert aber nichts daran, dass es bei dieser Tour heiß hergeht. Tom Pidcock bezeichnet die Verpflegungszonen als Kriegsgebiet. Tadej Pogačar berichtet von Kopfschmerzen. Und mehrere Fahrer sagen frei heraus: Gesund ist das nicht, was sie da treiben. Wenn sich die Profis also ernsthaft Sorgen machen um ihre Körper, die ihnen heilig sein sollten, die Tour aber einfach unaufhaltsam weiterrast, ist es höchste Zeit für eine gemeinsame Aktion: Mal einen Sprung ins kalte Wasser zu wagen, ist jedenfalls besser, als von sengender Sonne ermattet auf den glühenden Asphalt geschmettert zu werden.
Wie die Radprofis die Hitze bei der Tour de France überstehen
Auch bei hohen Temperaturen müssen die Fahrer bei der Tour de France einen kühlen Kopf bewahren. Schon vor mehr als 70 Jahren lieferte ein Radprofi die zündende Idee.












