Die Insolvenzen bei Bäckereien sind in Deutschland deutlich gestiegen. Laut der Auskunftei Creditreform haben im ersten Halbjahr insgesamt 63 Betriebe ihre Pleite angemeldet. Das sind 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.In die Statistik fließen Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig »Herstellung von Backwaren« ein. Das umfasst Bäckereien und Konditoreien, die selbst backen und verkaufen. Reine Verkaufsfilialen ohne eigene Herstellung sind in den Zahlen nicht berücksichtigt.

Betroffen waren laut Creditreform auch größere Bäckereiketten wie die Mecklenburger Backstuben GmbH, die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG, die Keim & Brecht OHG sowie die Bäckerei Kayser GmbH.Klassisches Bäckerhandwerk zunehmend unter DruckLaut dem Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch, zeigen die Zahlen einen tiefgreifenden Strukturwandel. Seit 2023 gebe es in der Branche ein erhöhtes Insolvenzgeschehen.

Weil sich die Konsumgewohnheiten geändert hätten, gerate das klassische Bäckerhandwerk zunehmend unter Druck, so Hantzsch. »Viele Verbraucher, auch aus höheren sozialen Schichten, kaufen Backwaren heute an Backstationen im Supermarkt oder beim Discounter, häufig verbunden mit dem Wocheneinkauf.«In weiterer Folge würden traditionelle Fachgeschäfte die Laufkundschaft verlieren. Vor allem kleinere, inhabergeführte Betriebe seien durch steigende Kosten, wachsenden Preiskampf und sparsame Konsumenten unter Druck geraten, sagte Hantzsch. Viele verfügten nur über geringe Gewinnmargen und könnten Kostensteigerungen nur in begrenztem Umfang an ihre Kunden weitergeben.