Es ist Samstag, der 3. Januar 2026, kurz nach acht Uhr morgens. In Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde flackern die Lichter, dann erlöschen sie. In den Küchen bleiben die Kaffeemaschinen stumm, in den Heizungskellern verstummen die Umwälzpumpen, an den Tankstellen springen die Zapfsäulen nicht mehr an.

Bis zu 100.000 Berlinerinnen und Berliner werden in den nächsten Tagen ohne Strom, ohne Heizung, ohne Netz auskommen müssen – mitten im Winter, ausgelöst durch einen mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke. Es ist der größte Blackout, den diese Stadt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt.

Und ihr Bürgermeister? Sitzt angeblich zu Hause. Schreibt eine SMS. Später noch eine. Insgesamt sechs. Dann fährt er angeblich Tennis spielen. Er regiert nur etwas. Er reagiert kaum auf die Krise.

Ein aktuelles Urteil bestätigt, was längst dokumentiert war

Elf Monate nach diesem Vormittag hat das Berliner Verwaltungsgericht die Senatskanzlei zu einer weiteren Auskunft verpflichtet, über die der Tagesspiegel nun berichtet: Vor 12:45 Uhr habe Wegner am 3. Januar mit niemandem dienstlich telefoniert; der Austausch sei per Textnachrichten erfolgt. Auch die Auskunft, die die Senatskanzlei dem Tagesspiegel im März erteilt hatte, war unwahr – ein Umstand, den die Behörde nun mit einer angeblichen „Erinnerungslücke“ des Bürgermeisters erklärt.