KommentarDas Nationalteam schafft den grössten Erfolg in der Fussballgeschichte der Schweiz – und lässt das Land träumenResilienz, Hartnäckigkeit und Gemeinsinn: Die Schweizer Nationalmannschaft erreicht in Vancouver Historisches – und kreiert mit der Viertelfinalqualifikation Bilder, die bleiben werden.08.07.2026, 11.17 Uhr3 LeseminutenGemeinsam haben sie es geschafft: Der Schweizer Nationaltrainer Murat Yakin umarmt nach dem gewonnenen Penaltyschiessen Ruben Vargas und Ersatztorhüter Yvon Mvogo.Peter Klaunzer / KeystoneEs sind TV-Bilder von grossen Emotionen, die nach Mitternacht aus dem fernen Vancouver die Schweiz erreichen. In der Mischung aus Tränen, Jubel, lachenden Gesichtern und Erleichterung äussert sich die schönste Seite des Fussballsports, wenn sich positive Emotionen in Augenblicken der Zusammengehörigkeit auflösen. Es sind Bilder, die bleiben werden.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der hart erkämpfte Sieg nach dem finalen Showdown vom Elfmeterpunkt ist der grösste Erfolg in der Fussballgeschichte des kleinen Landes. Das Erreichen des WM-Viertelfinals zeigt, dass eine funktionierende Gruppe von Spielern mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften und Qualitäten viel erreichen kann. Mit Beharrlichkeit, Talent und dem Glauben, dass dem Team für einmal auch im Penaltyschiessen das Glück hold sein mag.Mit dem Sieg gegen Kolumbien haben die Schweizer Fussballer ihr unbescheidenes Ziel erreicht, ihre «beste WM der Geschichte» zu spielen. Das verdient grossen Respekt. Es zeichnet die Schweiz aus, dass selbst im Moment eines solchen Triumphs nicht alle Dämme brechen: Es wird gefeiert, und am nächsten Morgen geht der Alltag weiter – im Bewusstsein, dass Bescheidenheit eine Tugend ist.Denn bei aller Begeisterung sollte die Fussball-WM nicht überhöht werden: Sie ist TV-Unterhaltung. Es geht im Kern um Eskapismus. Die Schweizer Nationalmannschaft hat mit dem grossen Moment in Vancouver den Menschen in der Schweiz die Gelegenheit für schöne Emotionen geschenkt in einer Nacht, die landauf landab im Erinnerungsschatz vieler Menschen einen besonderen Platz einnehmen wird. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.Die Bedeutung des Sieges gegen Kolumbien gründet nicht auf einer spektakulären Leistung der Schweizer Fussballer. Der Match war zäh, hart und fast ohne Torszenen. Die grosse Bedeutung, im Jahr 2026 als kleines Fussballland zu den besten acht Teams im wichtigsten Sport der Welt zu gehören, hat auch mit der Vorgeschichte zu tun.Es ist die Geschichte, die vor zwölf Jahren in Brasilien mit einem Versprechen angefangen hat. Es war das Versprechen, das die junge Mannschaft unter dem damaligen Trainer Ottmar Hitzfeld im WM-Achtelfinal abgab, dass den Schweizer Fussballern eine schöne Zukunft bevorstehen könnte.In São Paulo zeigte die Mannschaft mit Granit Xhaka und Ricardo Rodriguez gegen den späteren Finalisten Argentinien mit Lionel Messi mutigen Fussball, liess erst in der Nachspielzeit den Gegentreffer zu und hatte Pech, dass kurz vor Schluss der Kopfball von Blerim Dzemaili nur an den Pfosten prallte. Die Schweizer durften zu Recht stolz sein auf ihre Leistung. Die Zukunft versprach mehr – mehr als den Achtelfinal.Vier Jahre später jedoch war die Stimmungslage ganz anders: Dem Achtelfinal-Out gegen Schweden war eine matte Vorstellung vorausgegangen, die Doppeladler-Affäre überschattete die Expedition nach Russland und endete in Sankt Petersburg in dumpfer Übellaunigkeit. Die Schweizer bereiteten keine Freude.Ganz ähnlich lautete die Bilanz der WM 2022 in Katar: Das 1:6 im Achtelfinal gegen Portugal war eine Bankrotterklärung, davor hatte es im Gruppenspiel gegen Serbien abermals Diskussionen abseits des Fussballs gegeben. Das Erreichen eines Viertelfinals an einer WM wirkte nach der Kanterniederlage wie eine freche Anmassung von Phantasten.Doch die Schweizer Mannschaft mit dem Trainer Murat Yakin und den Führungsspielern um Granit Xhaka, Manuel Akanji, Remo Freuler, Ricardo Rodriguez und Gregor Kobel hat aus 2022 die Lehren gezogen und eine neue Geschichte geschrieben. Diese Geschichte geht weiter. Die Mannschaft hat an dieser WM noch nicht ihr bestes Spiel gezeigt. Vielleicht hat sie es für die Nacht auf kommenden Sonntag aufgespart – für den Viertelfinal gegen den Weltmeister Argentinien.Eine Nacht, die in besonderer Erinnerung bleiben wird: Schweizer Fussballfans freuen sich über den Sieg gegen Kolumbien in der Zürcher Maag-Halle.Claudio Thoma / KeystonePassend zum Artikel
Die Nati schafft mit dem Viertelfinaleinzug an der WM Historisches und lässt die Schweiz gross träumen
Resilienz, Hartnäckigkeit und Gemeinsinn: Die Schweizer Nationalmannschaft erreicht in Vancouver Historisches – und kreiert mit der Viertelfinalqualifikation Bilder, die bleiben werden.









