Es sind exakt 1330 Grad Celsius. Man kann die Gluthitze aus zehn Metern Entfernung gut im Gesicht spüren, wenn das flüssige Eisen wie dampfende Lava in die Form fließt. Funken sprühen, Flammen lodern, es raucht gewaltig. „Das wird ein Porsche“, sagt Max Jankowsky zu dem Inferno: „Der wird hier bei uns im Erzgebirge gebaut.“ Genauer gesagt in der Gießerei Lößnitz, wo sich die Mitarbeiter noch mit „Glück auf!“ grüßen.
Wenn das Eisen erkaltet ist, geht die Form zu Porsche nach Schwarzenberg. Dort pressen sie damit Stahl zu Seitenteilen, Türen oder Motorhauben. Aber auch BMW oder Volkswagen benötigen die Pressformen von Max Jankowskys Gießerei. „Das hier ist die deutsche Wirtschaft, von der die Berliner Politik so gerne redet“, sagt Jankowsky in seiner Werkshalle: „So sieht der deutsche Maschinenbau aus. Den gilt es zu erhalten.“ Das Reformpaket der schwarz-roten Koalition, glaubt er, sei dafür wenig hilfreich.
Auch Max Jankowsky spürt die wirtschaftliche Stagnation
In der Eisengießerei Lößnitz schmelzen sie seit 1849 Eisenerz ein. 12.000 Tonnen verlassen jedes Jahr das Werk im Erzgebirge. Der Großteil der Guss-Produkte ist für die Karosserie-Pressen der deutschen Autobauer. Gut 22 Millionen Euro Umsatz macht die Gießerei im Jahr. Jankowsky ist seit 2020 Geschäftsführer des Traditionsbetriebs. Sein Großvater hat die Gießerei nach der Wende zusammen mit einem Geschäftspartner der Treuhand abgekauft. Nach der Wende haben die neuen Eigentümer viel investiert und den heruntergewirtschafteten Betrieb ordentlich aufgemotzt.






