Das Surren der Fertigungsanlagen ist schon von Weitem zu hören. Greifarme bewegen sich präzise und unaufgeregt, Gabelstapler transportieren Bauteile durch das fast 78.000 Quadratmeter große Werk in der Neubrandenburger Werner-Baier-Straße 1. An den Arbeitsplätzen prüfen Fachkräfte konzentriert die Qualität der Produkte. Es riecht nach Metall, Schmierstoffen und Industrie. Nichts deutet augenscheinlich darauf hin, dass der Automobilzulieferer Webasto, ein Global Player mit Produktions- und Entwicklungsstandorten in Europa, Asien und Amerika, in Schieflage geraten ist.

Doch dem Spezialisten für unter anderem Standheizungen mit Hauptsitz in Stockdorf bei München, einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro im vergangenen Jahr und über 13.000 Mitarbeitern geht es derzeit nicht besser als vielen in der deutschen Automobilbranche – schlecht. Gewinne sind eingebrochen, Marktanteile geschrumpft, Arbeitsplätze weggefallen. Sinkende Produktionszahlen, verschärfter Wettbewerb und ein schwieriges Marktumfeld haben auch Webasto zu harten Einschnitten gezwungen. Allein am Standort Neubrandenburg, der ein wichtiger Produktionsstandort des Unternehmens in Deutschland ist – Nummer 1 für Thermo- und Comfort-Produkte in Norddeutschland – verloren im vergangenen Jahr 85 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Bundesweit baute Webasto rund 650 Stellen ab.