Startklar? In der Nato herrscht Uneinigkeit über Militäretats und Schlagkraft

Als „lächerlich“ bezeichnete es US-Präsident Donald Trump (80) jüngst in einem Post auf seiner Plattform Truth Social , würden die USA die Unterstützung der Nato fortsetzen. Das Timing der Botschaft ist kein Zufall: Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche treffen sich die Regierungs- und Staatschefs der Nato-Staaten zum Gipfel in Ankara. Trump macht also, was er nun schon seit Monaten macht: Er sät Zweifel am Bündnis. Seine Dauerkritik: Die Nato-Staaten geben zu wenig fürs Militär aus. Nun erwägt er, „säumige“ Länder mit Truppenabzug und/oder Waffensperren zu belegen.

Mitte vergangener Woche lobte Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) noch in Berlin: „Deutschland führt und Deutschland liefert.“ Deutschland leiste bereits starke Beiträge zur gemeinsamen Sicherheit. Zuvor hatte der Niederländer Trump bei seinem Besuch in den USA kaum besänftigen können. Die aus Sicht des US-Präsidenten mangelnde Unterstützung im Irankrieg hat ihn zusätzlich verärgert. „Sie waren nicht für uns da!“, so Trump.

Dabei müssten die Nato-Partner nicht zuletzt durch Trumps weiterhin bestehenden Annexionsgedanken zu Grönland längst wachgerüttelt sein. Im Zentrum steht immer wieder die Frage: Wie weit können sich die Partner im Verteidigungsfall auf die USA verlassen? Der Druck ist hoch, und der Angriff Russlands auf die Ukraine hat die Verwundbarkeit offengelegt. Viele Nato-Länder haben ihre Verteidigungsausgaben bereits nach oben geschraubt. Das betrifft nicht nur Deutschland, sondern insbesondere die baltischen Staaten sowie Polen, Dänemark, Norwegen und die neuen Nato-Mitglieder Finnland und Schweden. Doch reicht das schon?