Besonders besorgniserregend sei die Entwicklung in Obeid, dem Hauptort von Nordkordofan. Um die als Knotenpunkt für Geflüchtete und humanitäre Hilfe wichtige Stadt hätten die Angriffe zuletzt deutlich zugenommen. Seit Mai wurden dort demnach mehr als 18 Kinder getötet und mehr als 17 Kinder verletzt. Die betroffenen Kinder waren zwischen zwei Monaten und 17 Jahren alt. Rund 60 Prozent dieser Opfer sind den Berichten zufolge auf Drohnenangriffe zurückzuführen.»Kinder geraten in einen unaufhörlichen Kreislauf aus Gewalt, Vertreibung und Not«, sagte der Unicef-Leiter im Sudan, Sheldon Yett. »Für viele Kinder gibt es keinen sicheren Ort mehr. Sie werden in ihren Häusern, auf den Straßen, auf Märkten und beim Versuch, Schulen und Gesundheitszentren zu erreichen, getötet oder verletzt. Kinder dürfen niemals Ziel von Angriffen sein. Ihr Leben, ihre Rechte und ihre Zukunft müssen geschützt werden.«

Ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. Erst am Dienstag meldeten Aktivisten, dass durch Drohnenangriffe 15 Zivilisten getötet worden seien. Ein Angriff ereignete sich nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Emergency Lawyers vom Dienstag am Montag, ein weiterer am Dienstagmorgen. Die Gruppe, die Verbrechen im Konflikt zwischen der sudanesischen Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo dokumentiert, machte keine Angaben dazu, wer hinter den Angriffen steckt.Das Ziel der Angriffe in Gebieten der südlichen Region Nordkordofan waren den Angaben zufolge Fahrzeuge. Am Montag wurde demnach ein Fahrzeug mit Hochzeitsgästen getroffen und am Dienstag ein Fahrzeug, das Wasser transportierte. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Weder das sudanesische Militär noch die RSF-Miliz äußerten sich zunächst.