Dem Pazifik steht offenbar der stärkste El Niño seit Beginn der Aufzeichnungen bevor. Das Wetterphänomen dürfte damit laut dem unabhängigen Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) zu besonders häufigen und schweren Extremwetter-Ereignissen beitragen. Die Vorhersagemodelle deuteten auf einen »extremen« El Niño hin, sagte Tim Stockdale vom ECMWF, der sich seit drei Jahrzehnten mit dem Wetterphänomen beschäftigt.
Aus seiner Sicht sei es »absolut wahr, zu sagen, dass wir noch nie eine Vorhersage eines El Niño hatten, der so stark und stetig in den (Vorhersage-)Modellen war«, sagte Stockdale. Es wäre »eine sehr, sehr große Überraschung«, wenn dies kein Rekord-El-Niño werde.Das Wetterphänomen El Niño führt zu einer Erwärmung der Temperaturen an der Oberfläche des zentralen und östlichen Pazifiks und sorgt für weltweit Veränderungen von Wind, Luftdruck und Regenfällen. Dies verursacht wiederum in einigen Erdregionen Dürren, in anderen hingegen Überflutungen.
Das Wetterphänomen tritt etwa alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert jeweils etwa ein Jahr. Während dieser Phasen gelangt regional mehr Wärme aus dem Pazifik in die Atmosphäre, mit veränderten Wettermustern als Folge. Es kann etwa schwere Regenfälle in Teilen Afrikas oder Südamerika geben, aber auch Dürren etwa in Australien oder Indonesien. Zusammen mit dem menschengemachten Klimawandel hatte der letzte El Niño dazu beigetragen, dass 2023 global das zweitheißeste und 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren.










