Ausgetrockneter Bewässerungskanal auf den Philippinen: »El-Niño-Bedingungen gießen Öl in das Feuer der globalen Erwärmung«

Es zeichnet sich seit Monaten ab, jetzt ist es praktisch Gewissheit: Die ungewöhnlich hohen Meerestemperaturen im tropischen Pazifik kündigen das regelmäßig wiederkehrende Phänomen El Niño an.Die Oberflächentemperatur an der Pazifikküste Südamerikas sei zwischen Ende April und Mitte Mai auf das Niveau wie in El-Niño-Jahren gestiegen, erklärte die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Zusätzlich komme ungewöhnlich warmes Wasser aus tieferen Lagen hinzu, dessen Temperatur teils sechs Grad über dem langjährigen Durchschnitt liege. Durch El Niño könnte sich der ganze Planet über viele komplexe Wechselwirkungen zusätzlich aufheizen.

Mit dem Phänomen einhergeht die Sorge vor mehr Extremwetter mit Dürren, Überschwemmungen und einer womöglich rekordbrechenden globalen Durchschnittstemperatur. »El-Niño-Bedingungen gießen Öl in das Feuer der globalen Erwärmung«, sagte Uno-Generalsekretär António Guterres in einer Videobotschaft. »Die Folgen werden noch heftiger und sich noch weiter ausbreiten.«

Wie wahrscheinlich ist es, dass tatsächlich ein El Niño beginnt?Die Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Beginns zwischen Juni und August liegt bei 80 Prozent und für eine Dauer bis mindestens November bei rund 90 Prozent. »Wir müssen uns auf ein möglicherweise starkes El-Niño-Ereignis vorbereiten, das Dürren und Starkregen verschärfen und das Risiko von Hitzewellen sowohl an Land als auch im Ozean erhöhen wird«, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo.