Die Stadt Frankfurt hat wohl keine Folgen zu fürchten im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen der Verwendung von Karten für die Fußball-Europameisterschaft 2024. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) sagte am Montag auf Nachfrage, dass ein Schriftstück eindeutig belege, dass Frankfurt das Angebot des Organisationskomitees für den Kauf eines Kartenkontingents seinerzeit abgelehnt habe.Ähnlich wie Frankfurt haben auch andere Gastgeberstädte gehandelt. Manche Städte sollen das Angebot hingegen angenommen haben und beispielsweise verdienten Ehrenamtlern Angebote unterbreitet haben.In der vergangenen Woche hatten Ermittler der Staatsanwaltschaft Bochum sowie des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen die Stadtverwaltungen sämtlicher zehn Spielorte der EM durchsuchen lassen, um den Umgang mit Kartenkontingenten für das Turnier zu klären. Auslöser der Ermittlungen war ein Vorfall in Gelsenkirchen, wo ein mittlerweile nicht mehr bediensteter städtischer Mitarbeiter missbräuchlich mit den Karten umgegangen sein soll.Die Euro 2024 GmbH, ein Joint Venture des Deutschen Fußball-Bunds DFB und des europäischen Fußballverbands UEFA, hatte demnach vor dem Turnier den Gastgeberstädten angeboten, zu regulären Preisen kleinere Kartenkontingente zu erwerben, die die Städte wiederum hätten weiterverkaufen dürfen. Es handelte sich dabei wohl insgesamt um Karten in niedriger vierstelliger Zahl. Schon dieses Angebot ist aber juristisch offensichtlich nicht gänzlich über den Verdacht der Vorteilsgewährung erhoben, da die Nachfrage nach den Tickets üblicherweise bei solchen Großereignissen um ein Vielfaches über der Zahl der angebotenen Karten liegt.