Ein Dorf ohne Gasthaus? Für Bollschweil im Schwarzwald kam das nicht infrage. Aus einer Idee und echtem Engagement entstand die Kneipe bolando – genossenschaftlich organisiert und ein Ort für alle.

taz FUTURZWEI | Bollschweil ist kein großes Dorf. Rund 2.300 Menschen leben hier im Hexental, am Rand des Schwarzwaldes, nur wenige Kilometer südlich von Freiburg. Eine Straße zieht sich durch den Ort, vorbei an Höfen und Häusern. Bollschweil ist buchstäblich ein Straßendorf.

Doch jeden Freitagnachmittag wird es lebendig auf dem Marktplatz. Beim kleinen „s’Milchhisle“, einem Relikt aus der Zeit, als noch täglich Milch abgegeben wurde, stehen kleine Stände mit Gemüse und Käse. Menschen begrüßen sich und reden stets ein wenig länger als geplant. Daneben, im „Alten Rathaus“, klirren Kaffeetassen, es duftet nach frischem Kuchen.

Dieses Treiben wirkt wie der selbstverständliche Mittelpunkt des Dorfes. Doch lange war hier gar nichts los. Der Ortskern verödete. Die Straße dominierte das Dorfleben. Man fuhr durch, aber kaum jemand hielt mal an. Erst im Zuge der Lokalen Agenda 21 entstand dieses Dorfzentrum neu.

„Aus einem baufälligen Wohnhaus ist etwas entstanden, das mehr ist als ein Gasthaus. Bollschweil hat wieder einen Treffpunkt.“