PfadnavigationHomeSportFußballWMFolarin Balogun„Natürlich kontrovers“ – begnadigter US‑Stürmer äußert sich nach Trump-InterventionStand: 08:00 UhrLesedauer: 3 MinutenBelgien gewinnt das Achtelfinale gegen die USA deutlich mit 4:1. Auch der begnadigte Stürmer Folarin Balogun kann nichts ausrichten. Damit sind alle Gastgebernationen ausgeschieden. Die Highlights im Video.Die Nationalmannschaft der USA verliert ihr Achtelfinale gegen Belgien deutlich. US-Stürmer Balogun steht zwar nach dem Furor um seine aberkannte Rote Karte in der Startelf, bleibt aber ohne Wirkung. Nach dem Spiel erklärt er sich.US-Stürmer Folarin Balogun hat sich erstmals selbst zum Hin und Her um seine Sperre geäußert und Verständnis für die Aufregung zum Ausdruck gebracht. Es sei normal, nach einer Roten Karte gesperrt zu werden. „Natürlich ist es dann kontrovers, wenn die Entscheidung geändert wird“, sagte der 25 Jahre alte Angreifer nach dem 1:4 im WM-Achtelfinale gegen Belgien. „Wir haben die Entscheidung akzeptiert, als ich die Rote Karte gesehen habe, und wir haben die Entscheidung akzeptiert, als uns gesagt wurde, dass ich spielen kann“, erklärte der Angreifer vom französischen Klub AS Monaco, der in dem Spiel nicht mal annähernd zum erhofften Erfolgsfaktor wurde.Balogun hatte beim 2:0 der USA im WM-Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen, die Fifa die Sperre des Stürmers dann aber zur Bewährung ausgesetzt. Im Achtelfinale gegen Belgien konnte US-Trainer Mauricio Pochettino den Offensivmann also doch einsetzen. Die 1:4-Niederlage des Mitgastgebers konnte allerdings auch Balogun nicht verhindern.„Ich wusste nicht, was eine Rote Karte ist“, sagt TrumpDer ganze Vorgang hatte für reichlich Wirbel gesorgt. Für harsche Kritik sorgte insbesondere, dass es zuvor ein Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino gegeben hatte. Infantino hatte im Zuge der Rechtfertigungsarien darauf beharrt, dass die Entscheidung ein unabhängiges Fifa-Gericht getroffen habe.Trump hingegen hatte über die Entscheidung des brasilianischen Schiedsrichters Raphael Claus gesagt: „Ich wusste nicht, was eine Rote Karte ist. Als ich es herausfand, sagte ich: Du machst Witze. Dieser Typ hebt einfach die Hand und sagt, dein bester Spieler wird im nächsten Spiel nicht spielen. Ich sagte, wow, das ist eine Menge Macht. Das ist schrecklich.“ Er verband das mit einer Verschwörungstheorie, natürlich ohne Belege, und argumentierte mit der ihm eigenen Logik: „Dieser Schiedsrichter, der ein bisschen verdächtig ist, wenn man seine Vergangenheit überprüft, traf eine Entscheidung, die niemand glauben konnte. Es ist eine Sache, jemanden für ein Spiel zu bestrafen, aber wieso sollte man ihn für ein weiteres Spiel bestrafen, das noch gar nicht stattgefunden hat? Das ist unfair, das kann man nicht machen. Also ja, ich habe die Fifa um Überprüfung gebeten.“Lesen Sie auchZu den schärfsten Kritikern der Entscheidung zählte Belgiens Trainer Rudi Garcia („Ich dachte zuerst, das sei ein verspäteter Aprilscherz“). Balogun und der Franzose sprachen nach der Partie miteinander.„Er kam zu mir, das hat mir gefallen. Er ist nicht schuld. Er hat nichts falsch gemacht. Ich schätze ihn“, sagte Garcia auf der Pressekonferenz. „Ich wollte Belgien und Rudi Garcia gratulieren und ihnen viel Erfolg wünschen für den Rest des Turniers“, berichtete Balogun von dem Gespräch.Die Belgier blieben nach dem Abpfiff und bei ihren Interviews ohne Triumphgeheul über den Gegner, sie trotzten ganz einfach dem Wirbel in meisterlicher Manier. „Unser Job war, auf dem Feld zu bestehen. Das haben wir getan“, sagte Kapitän Youri Tielemans. Am Freitag (21.00 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) wartet in Inglewood bei Los Angeles Europameister Spanien.pk