Donald Trump macht, was Donald Trump immer macht. Der wohl mächtigste Präsident auf dem Planeten versucht Einfluss zu nehmen. Er telefoniert, interveniert, testet Grenzen aus. Das ist weder überraschend noch neu. Der eigentliche Skandal um die aufgehobene Sperre für den amerikanischen Fußballstürmer Folarin Balogun trägt deshalb einen anderen Namen: Gianni Infantino.
Denn auch wenn Trump tatsächlich zum Hörer gegriffen haben sollte – entscheiden kann am Ende nur die Fifa. Und damit ihr Präsident. Nicht der amerikanische Präsident hat den Fußball in diese Lage gebracht. Sondern ein Weltverbandschef, der seit Jahren den Eindruck vermittelt, der Fußball existiere vor allem als Bühne für seine eigene Inszenierung.
Wohin steuert unser Fußball?
Die zurückgenommene Rote Karte ist nur der vorläufige Tiefpunkt einer Entwicklung, die schon vor etwa zehn Jahren begonnen hat. Immer wieder werden Grundprinzipien des Spiels dem Kommerz und der Eventisierung geopfert. Erst die aufgeblähte Klub-WM, dann Halbzeitshows nach amerikanischem Vorbild, Hydration Breaks, die in den Stadien in Kanada, den USA und Mexiko von gellenden Pfeifkonzerten begleitet werden. Nun kommt womöglich auch noch politische Einflussnahme auf sportrechtliche Entscheidungen hinzu. Was ist bloß mit dir los, Volkssport Nummer eins?










