„Zwanzig Minuten“ im Theater Thikwa: Die Poesie der Alltagsdinge

Ein Leben wird durch 20-minütige Routinen stabilisiert. Das inklusive Berliner Theater Thikwa widmet dem ein ganzes Stück, mitsamt Raum zum Träumen.

Vom Handstand zur Kaffeehaus-Szene, die Szenen wechseln mühelos

Holger Rudolph

Mit ernstem Blick sortiert ein Herr im Anzug seine Unterlagen, telefoniert konzentriert, die schwarze Hornbrille unterstreicht das Gewicht seines Tuns. Ein Wust aus Papieren bedeckt seinen Tisch, der in einer Reihe mit anderen Tischen vorne den Bühnenraum begrenzt. Plötzlich strömt eine Gruppe Menschen in den Raum, unterbricht die arbeitsame Ruhe. Sie tanzt ausgelassen zur Musik aus einem knallbunten Kinderradio. Ein assoziativer Reigen aus fiktiven Erzählungen, musikalischen Einlagen auf dem Horn und Tanzelementen beginnt.